Schwarzburg

Artikel
Schwarzburger Gespräche 2017: Leerstand im ländlichen Raum
21. September 2017

Leerstand im ländlichen Raum – vom Problem zum Möglichkeitsraum für Einheimische und für neue Landbewohner
Schwarzburger Gespräche 2017

Schwarzburger Gespräche am 25./26. August 2017 auf Schloss Schwarzburg. Foto: Dörthe Hagenguth

Der zweite Tag wurde eingeleitet mit einem Grundsatzvortrag von IBA Geschäftsführerin Dr. Marta Döhler-Behzadi ‚STADTLAND Thüringen – Kulturlandschaft und Umgang mit Leerstand als Themen der IBA Thüringen’. Im Unterschied zu vorangegangenen Bauausstellungen geht es in Thüringen kaum um Neubau, sondern um kreative Umnutzung. Ihr eindringliches Plädoyer: „Leerstand ist wertvoll, Leerstände sind wichtige Ressourcen!“ Das betrifft auch das Schwarzatal, wo sich die IBA neben Schloss Schwarzburg und dem Bahnhofladen Rottenbach für die Erhaltung der zahlreichen Sommerfrische-Bauten engagiert. Wichtig sei es, die Gebäude zu öffnen, um sie im öffentlichen Bewusstsein zu halten und Ideen für neue Nutzungen zu generieren.

In zwei parallelen Arbeitsgruppen wurde anschließend darüber diskutiert, wie wir neue Bewohner für das Schwarzatal interessieren können. Ulla Schauber von der Bauhaus-Universität Weimar moderierte die erste Gruppe zum Thema ‚Wir bieten die Chance für ein Leben auf dem Lande’ – neue Wege zur Nutzung von Leerstand in der Region. Hintergrund waren verschiedene Aktivitäten und Projekte zur Erfassung und besseren Vermarktung von Leerstand, u.a. das MORO-Projekt des Landkreises und ein geplantes LEADER-Projekt. Die Diskussionen verliefen durchaus kontrovers und zeigten, dass ein ursprünglich angedachter ‚Katalog’ nicht zielführend sein kann. Vielmehr muss es angepasste Lösungen für unterschiedliche Interessentengruppen geben, wobei es wichtig ist, dass sich unterschiedliche Aktivitäten in der Region ergänzen und nicht doppeln.

Die zweite Arbeitsgruppe befasste sich mit dem Thema ‚Landschaft als Sommerfrische und Möglichkeitsraum’. Die großartige Landschaft, so die einhellige Meinung, ist das zentrale Merkmal und Pfund des Schwarzatales. Leider gehen traditionelle Landschaftsbilder, Sichtachsen, Wanderwege durch mangelnde Pflege, unsensible Bewirtschaftung und Bebauung permanent verloren, was der Region insgesamt schadet. Problematisch ist es auch, dass die bei Thüringenforst bisher verfügbaren Mittel für Projekte der Landschaftspflege zurückgefahren werden; in diesem Zusammenhang wurde vereinbart, umgehend an Ministerpräsident Ramelow und Kulturminister Hoff heranzutreten, um die Beibehaltung dieser Mittel zu erreichen.

Am Nachmittag folgte eine Exkursion zu Leerstand-Immobilien in Sitzendorf, Unterweißbach, Mellenbach, Lichtenhain/Bergbahn, Oberweißbach und Cursdorf, bei der das Problem, aber auch die Chancen für neue Nutzungen anschaulich sichtbar wurden. Mit einem abendlichen Erzählsalon ‚Sommerfrische Schwarzatal – von den Fürsten zum FDGB-Massenurlaub’ vor dem Kaisersaal ende9ten die Schwarzburger Gespräche, die in bewährter Weise vom Förderverein Schloss Schwarzburg organisatorisch betreut wurden – dafür auch auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön!

Text: Burkhardt Kolbmüller  

Schwarzburger Gespräche 2016: Landschaft – Kulturgut, Lebensraum und Zukunftskapital
31. August 2016

Landschaft – Kulturgut, Lebensraum und Zukunftskapital
Schwarzburger Gespräche 2016

Die Schwarzburger Gespräche 2016 fanden im Schloss Schwarzburg statt. Foto: Tillmann Gebauer

Zentrum der Gespräche war der alte Kaisersaal des Schlosses. Foto: Tillmann Gebauer

Diskussion und Ideensammlung zur Zukunft des Landschaftsbilds Schwarzatal. Foto: Tillmann Gebauer

Viel Zeit und Platz für anregende Gespräche in kleineren Runden. Foto: Ines Kinsky

Veronique Faucheur und Marc Pouzol von atelier le balto im Gespräch. Foto: Ines Kinsky

Einstimmende Worte von Dr. Burkhardt Kolbmüller von der Initiative Zukunftswerkstatt Schwarzatal. Foto: Tillmann Gebauer

Im Mittelpunkt der Schwarzburger Gesprächen standen Vorträge von Akteuren und externen Experten. Foto: Ines Kinsky

Sammlung von Lieblingsorten der Teilnehmer im Schwarzatal. Foto: Tillmann Gebauer

Schloss Schwarzburg bot eine passende Kulisse und Atmosphäre. Foto: Tillmann Gebauer

Zwiegespräch unter der alten Linde mit Blick auf Schloss Schwarzburg. Foto: Tillmann Gebauer

Zukunftskapital Sommerfrische
01. Juni 2016

Zukunftskapital Sommerfrische

IBA Werkstattgespräch im Hotel 'Weißer Hirsch‘ in Schwarzburg. Foto: IBA Thüringen

Besichtigung leerstehende Sommerfische-Immobile / zukünftiges Haus 'Anna Louise‘ in Schwarzburg. Foto: IBA Thüringen

Küchenschrank in der leerstehenden Sommerfrsiche-Immobile / ehemaligen Pension 'Zum Eisenhammer’ in Bockschmiede. Foto: IBA Thüringen

Schwarzburger Gespräche 2015 brachten wertvolle Erkenntnisse für die Qualifizierung des IBA Kandidaten
28. September 2015

Schwarzburger Gespräche 2015 brachten wertvolle Erkenntnisse für die Qualifizierung des IBA Kandidaten

Am Samstag wurden Themen der Region mit Blick auf die weitere Ausgestaltung des IBA Projektes ‚Resilientes Schwarzatal’ besprochen. Wichtiger Baustein des IBA Kandidaten ist das Thema ‚Sommerfrische Schwarzatal’, das am kommenden Wochenende einen neuen Impuls erhalten soll. Die Zukunftswerkstatt Schwarzatal lädt zu einem Aktionstag Sommerfrische ein. Bereits am Vorabend, dem 2. Oktober, werden relevante Objekte im Schwarzatal lichttechnisch in Szene gesetzt. Mit dabei auch die Talstation der Oberweißbacher Bergbahn, die typischer Vertreter für den Baustil der Sommerfrische Architektur ist. Am Sonntag, dem 3. Oktober, werden Gäste in die Zeit der Sommerfrische entführt. Die Aktion startet um 15.00 Uhr mit einem Sommerfrische-Konzert am Dorfplatz Schwarzburg. Mit dabei sind  historische Persönlichkeiten aus der Hoch-Zeit der Sommerfrische. Schwarzburger Vereine beteiligen sich am Programm. Ein Ortsrundgang lädt zu einer Zeitreise in vergangene Tage ein. Um 17.00 Uhr klingt der Aktionstag mit einer Informationsveranstaltung und historischen Bildern im Festsaal des Hotels ‚Weißer Hirsch’ aus.

Text: Ines Kinsky

Sommerfrische-Architektur im Schwarzatal
23. Juli 2015

Sommerfrische-Architektur im Schwarzatal

Teilnehmer der Konzeptwerkstatt ‚Baukultur konkret’ besprechen die räumliche Einordnung der Sommerfrische-Architektur im Schwarzatal. Foto: IBA Thüringen

Projekte
Schwarzatal, Schloss Schwarzburg

Schwarzatal, Schloss Schwarzburg

Schwarzatal, Schloss Schwarzburg

Denkort für Demokratie

Die Geschicke der regionalen Entwicklung selbst zu bestimmen, ist ein zentrales Anliegen vielfältiger Initiativen und Vereine im Schwarzatal. Im Schloss Schwarzburg sollen diese aktuellen Bemühungen sichtbar und mit der Vergangenheit verbunden werden. Im Jahr 1919 unterzeichnete Friedrich Ebert in Schwarzburg die Weimarer Verfassung. Im Dritten Reich wurde das barocke Schloss Schwarzburg bis zur Unkenntlichkeit verwüstet, als es zu einem Reichsgästehaus umgebaut werden sollte. So ist das Schloss Schwarzburg ein Zeugnis der deutschen Demokratiegeschichte, aber auch ein Mahnmal für die Gefährdungen von Demokratie. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Weimarer Verfassung soll Schloss Schwarzburg als lebendiger Denkort für Demokratie entwickelt werden. Als Anlaufstelle für Projekte und demokratische Bildung im ländlich geprägten Schwarzatal steht es für politisch Interessierte, Initiativen, Vereine, Bewohner und Gäste des Schwarzatals offen. Gleichzeitig stellt es seine Korrespondenz zum Weimarer ‚Haus der Demokratie‘ her.

Sie möchten das Schloss besuchen? Planen Sie Ihre Reise auf der Internetseite der Fürstlichen Erlebniswelt Schloss Schwarzburg.

Eingangsportal zum Hauptgebäude von Schloss Schwarzburg. Foto: Kai-Uwe Schulte Bunert

Innenraumvisualisierung von Schloss Schwarzburg. Bild: TeCTUM

Mehr zum Projekt 
Das ‚Schwarzburg-Projekt’ – Demokratie selber machen!
12. April 2017

Das ‚Schwarzburg-Projekt’ – Demokratie selber machen!

Säulenportikus von Schloss Schwarzburg. Foto: Kai-Uwe Schulte-Bunert

Leitbild-Workshop zum Schwarzburg-Projekt. Foto: Andreas Feddersen

Andreas Feddersen und Eva Göbel, Projektleiter des Schwarzburg-Projektes. Foto: Helena Reingen

Das Projekt ist ergebnisoffen angelegt. Alle Interessierten sind eingeladen, eigene Ideen zur Ausgestaltung des Schwarzburg-Projektes beizutragen. Gemeinsam können neue Formen der Beteiligung ausprobiert und neue Wege des gesellschaftlichen Zusammenlebens beschritten werden. Demokratie heißt dabei, nicht auf das Handeln oder gar die Zuarbeit anderer zu warten, sondern die Dinge selbstbewusst in die Hand zu nehmen: Gestaltungswille statt Leistungsanspruch.

Das Projekt wird gemeinsam vom Förderverein ‚Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie’, dem Bildungszentrum Saalfeld, den Partnerschaften für Demokratie in Rudolstadt, der Zukunftswerkstatt Schwarzatal e.V., der LEADER Aktionsgruppe Saalfeld-Rudolstadt, der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und der IBA Thüringen getragen. Die Projektleiter Andreas Feddersen und Eva Göbel von der Weimarer Agentur Musealis arbeiten im Auftrag der IBA Thüringen.

Schloss Schwarzburg für Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus empfohlen
10. März 2017

Schloss Schwarzburg – Denkort der Demokratie für Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus empfohlen

Übergabe der Urkunde als Nationales Projekt des Städtebaus durch Ministerin Barbara Hendricks am 28. Juni 2017 in Berlin. Von links: Ministerin Barbara Hendricks, Josefine van den Oever (IBA Thüringen), Silvia Wagner (Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten), Heike Printz (Bürgermeisterin Schwarzburg), Michael Baum (Förderverein Schloss Schwarzburg), Florian Pronold (Parlamentarischer Staatssekretär des BMUB). Foto: Sascha Hilgers © BMUB.

Robert Bosch Stiftung besucht IBA Kandidat ‚Resilientes Schwarzatal’
02. Juni 2016

Robert Bosch Stiftung besucht IBA Kandidat ‚Resilientes Schwarzatal’

Präsentation der Projekteinreichung ‚Denkort der Demokratie - Schloss Schwarzburg‘ vor Vertretern der Robert Bosch Stiftung im Zeughaus Schloss Schwarzburg. Foto: IBA Thüringen

Kalender 

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Ort 
Schloss Schwarzburg
Schloßstraße
07427 Schwarzburg
Deutschland
Träger

· Gemeinde Schwarzburg in der VG Mittleres Schwarzatal
· Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
· Förderverein Schloss Schwarzburg — Denkort der Demokratie e. V. 

 

Partner

· Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
· Haus der Demokratie Weimar/Weimarer Republik e. V.
· Zukunftswerkstatt Schwarzatal e. V.
· Partnerschaften für Demokratie Saalfeld-Rudolstadt 

Planungsbeteiligte
  1. · TECTUM Architekten, Weimar 

Ansprechpartnerin

Ulrike Rothe
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-13
ulrike.rothe@iba-thueringen.de