• 2016 Mai
    • IBA Salon in Weimar
      ‘create beautiful, small spaces which sacrifice nothing!’

      Das Projekt 'Making Room’ in New York City. Vorgestellt von Jerilyn Perine, Geschäftsführerin des Citizens Housing & Planning Council (CHPC).

      Was kann Thüringen von New York lernen?
      Auf den ersten Blick wenig. Zu unterschiedlich sind New York und das Stadtland Thüringen. Die Geschäftsführerin der CHPC und die frühere Beauftragte der Stadt New York für das Wohnen Jerilyn Perine sagt mit einem gewissen Augenzwinkern, dass es kein Problem weltweit gebe, das New York nicht auch hätte. Wohnungsnot gehört definitiv dazu.

      Stimmen vorhandener Wohnungsbestand und Nachfrage der Bewohner einer Stadt und Region nicht mehr überein, dann müssen Politik und Gesellschaft gemeinsam handeln. In Deutschland erleben wir gerade einen dieser denkwürdigen Momente von Umsteuern und aktiver Lösungssuche. Nach Jahren der Deregulierung und Privatisierung von kommunalen und sozialverträglichen Wohnungsbeständen fehlen heute vielerorts schlichtweg bezahlbare Angebote für das Grundbedürfnis Wohnen. Dieser Angebotsengpass der Metropolen betrifft schon heute weit mehr Menschen als die Gruppen der sozial Schwachen und Flüchtenden. Und auch jenseits der Großstädte existiert der Bedarf nach Alternativen zu den vorhandenen Angeboten. Für die Internationale Bauausstellung in Thüringen stellen eher ein Zuviel als ein Zuwenig an Gebautem und die wachsenden Unterschiede zwischen demografischem Schrumpfen und Wachsen die Herausforderung dar. Und doch ähneln sich unsere Fragestellungen mit denen von weltweiten Wachstumsräumen in Bezug zu Baustandards, zu Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit, zu zeitgemäßen Lebensmodellen und zur Bezahlbarkeit.

      Bereits 2010 startete in New York City dazu ein außergewöhnliches Projekt. Mit ‘Making Room’ stellte das Citizens Housing & Planning Council in New York (CHPC) zwei Fragen: Wie steht für eine stark wachsende Bewohnerzahl in New York auch zukünftig ausreichend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung? Und zweitens: Was sind die Regeln und Normen des Bauens, die unseren heutigen Anforderungen gerecht werden und nicht einfach die Standards, Gesetze und Rahmenbedingungen vergangener Epochen fortführen?

      Jerilyn Perine, die Geschäftsführerin des CHPC, wird das Projekt ‚Making Room‘ vorstellen und den Projektprozess aus gründlicher Wohnungsmarktanalyse, Architekturwettbewerb inkl. vielbeachteter Ausstellung und den nun bereits gebauten Pilotprojekten erläutern. 
      Der Vortrag wird auf englisch gehalten.

      Im Anschluss an den Vortrag findet ein Podiumsgespräch zum IBA Kandidaten ‚Bauen mit Weitblick – Bezahlbar zusammen wohnen. Individualität zu Großserienpreisen‘ statt. Die Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH Erfurt (KoWo) hat 2014 einen richtungsweisenden Forschungs- und Entwicklungsprozess für die Realisierung von kostengünstigem Wohnraum angestoßen. In dem vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützten Vorhaben sollen bis 2019 erste Prototypen in Erfurt realisiert werden. Vertreter des Forschungsteams und der KoWo werden das ambitionierte Projekt vorstellen und im Gespräch mit der IBA Thüringen die Schlüsselaspekte des kostengünstigen Bauens benennen. 

      Hinweis
      Der IBA Salon der IBA Thüringen findet im Rahmen der Konferenz ‘Wohnen für alle?! Wissenschaftliche Perspektiven auf Architektur, Planung und Politik’ statt. Die Konferenz wird veranstaltet durch das Institut für Europäische Urbanistik, Bauhaus Universität Weimar, in Kooperation mit der Hermann Henselmann Stiftung, gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung. 
      Weitere Informationen zur Konferenz

      Angeregt vom IBA Salon hat IBA Geschäftsführerin Dr. Marta Doehler-Behzadi drei Thesen zum Wohnraum in Thüringen formuliert.

      Auf Yotube stellen wir einen Mitschnitt des Vortrages und ein Interview mit Jerilyn Perine zur Verfügung.

      Audimax der Bauhaus-Universität Weimar
      Steubenstraße 6/8
      99423 Weimar
      Germany
      DE

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