Thüringer Meer

Thüringer Meer, Architektourismus

Baukultur und Tourismus

»Neue Generationen haben auch neue Erwartungen und Bedürfnisse an den Tourismus. Das Thüringer Meer ist ein idealer Ort um dies zu testen. Der Ansatz bietet die Chance abseits üblicher Fördermechanismen ein wirklich neues unternehmerisches Potential für Wachstum und Wohlstand in der Region zu entdecken. Dies kann eine wichtige Inspiration für Folgeprojekte sein.«
Stephan Petermann, Fachbeirat IBA Thüringen

Auf Initiative des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie in enger Kooperation mit IBA Thüringen und Stiftung Baukultur Thüringen soll ein besonderer Entwicklungsimpuls für den Tourismus im Freistaat ausgelöst werden. Ziel ist es, durch eine neue Form von Ferienhausarchitektur die vorhandenen landschaftlichen Qualitäten des Thüringer Meers und gute, moderne Architektur miteinander zu vereinen.

Mit dem 2018 gestarteten Ideenwettbewerb ›XS - Neue Ferienhäuser modellhaft bauen‹ sollte das Potential innovativer und zugleich regionaler Lösungen aufzeigt werden.

Anfang Oktober 2018 wurden die Sieger des Wettbewerbs in Saalburg unter Anwesenheit des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow ausgezeichnet. Für ihre Entwürfe konnten die Wettberwerbsteilnehmer:innen zwischen zwei Standorte wählen: Einmal in der Nähe der Staumauer der Bleilochtalsperre und einmal ein Wiesengrundstück nahe einer Werft mit Schiffsanleger. Insgesamt 37 interdisziplinäre Teams bestehend aus Architekt:innen und Landschaftsarchitekt:innen hatten sich auf die Suche nach einem neuen gebauten Urlaubsgefühl an der Seenkette entlang der Thüringer Saale gemacht. Dementsprechend vielfältig waren die Ergebnisse: Sie reichten von der Mikrohütte bis zur Anlage in einem einzigen Langhaus, das alle Funktionen unterbringt. Beurteilt wurden neben Haus- und Siedlungsform auch die Innenraumatmosphäre, die Kombinierbarkeit von Wohnungsgrößen und vor allem die Beziehung zwischen Haus, Natur und Kulturlandschaft.

Der Ideenwettbewerb bildete besonders am Standort Werft eine wichtige Grundlage für die weitere Bauleitplanung, bei der die Ergebnisse des Wettbewerbs bezüglich Bauwerksgröße, Qualitäten und weiteren Parametern unmittelbar eingearbeitet werden. Derzeit wird ein Konzept für eine erste prototypische Umsetzung im Maßstab XS entwickelt.

 

Werftkiste_OppositeOffice_Entwurf.png

Werftkiste_OppositeOffice_Entwurf.png
Der Wettbewerbsentwurf von Opposite Office aus München aktiviert die ehemalige Werft an der Bleilochtalsperre mit Mikroarchitekturen und nimmt ›XS‹ damit wörtlich: Unterschiedliche Mikroarchitekturen nutzen die vorhandenen Ressourcen des ehemaligen Werftgeländes, um hieraus neue Funktionen und gestalterische Ansätze zu entwickeln. Der Entwurf schlägt Räume vor, die auf ein minimales Außenmaß reduziert sind und als andockbare Module um einen introvertierten Gemeinschaftsraum unter einem Dach zu einem temporären Ferienhaus zusammengefügt werden können. Diese Räume übernehmen dabei unterschiedlichste Funktionen: Schlaf-, Sauna-, Kino-, Wohnbereich usw., sind individuell zuschaltbar oder abstoßbar und werden so den Anforderung nach einer sich wechselnden Nutzerzahl gerecht. Sie verfügen über einen fahrbaren Untersatz und können auf den Schienen der ehemaligen Werft beispielsweise mithilfe eines Zugsystems bewegt werden. Pläne: Opposite Office

Urlaubswerft_AtelierFanelsa_Entwurf.png

Urlaubswerft_AtelierFanelsa_Entwurf.png
Der Wettbewerbsbeitrag von Atelier Fanelsa zeigt ebenfalls eine modulare Herangehensweise: Um den Grundbaustein eines kompakten Wohnraums, der je nach Bewohnerzahl als penta-, hexa- oder heptagonale Grundfläche auftritt, können additiv Module angedockt werden, die unterschiedliche Funktionen aufnehmen. Die Ferienhäuser sind in Holzrahmenbauweise geplant und werden von einem auskragenden Dach mit einer Eindeckung aus Aluminiumwellplatten abgeschlossen. Durch eine Farbpalette, die sich an lokalen Farben orientiert, wird ein Bezug zur Landschaft angestrebt. Pläne: Atelier Fanelsa

TransluzentesHaus_DanielDell_Entwurf.png

TransluzentesHaus_DanielDell_Entwurf.png
Der Aufbau der Häuser aus dem Wettbewerbsbeitrag des Atelier Daniel Dell bestehen aus einer einfachen, nach innen offen ausgeführten Holzrahmenkonstruktion, die mit transluzenten Doppelstegplatten aus Polycarbonat verkleidet ist. Im Gegensatz zur traditionell eher dunklen und geschlossenen Bauweise der umgebenden Schieferregion setzen die Häuser so mit ihren durchscheinenden Polycarbonatfassaden einen leuchtend-positiven Kontrast. Dies könnte ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal für die Region bedeuten. Die Arbeit ordnet die einzelnen Gebäude an der durch das Grundstück gegebenen Geländelinie und setzt die Gebäude der Werft in die Landschaft fort, wobei die wert- erhaltende Umnutzung der Bestandsgebäude ins Gesamtkonzept integriert wird. Der im Entwurf vorgeschlagene Regeltyp des Ferienhauses bietet eine gewisse Modularität und ermöglicht insgesamt vier verschiedene Varianten des Gebäudezuschnitts. Pläne: Atelier Daniel Dell

Werftstatt_LorenzenMeyerArchitekten_Entwurf.png

Werftstatt_LorenzenMeyerArchitekten_Entwurf.png
Der Wettbewerbsentwurf von Lorenzen Mayer Architekten schlägt für den Standort Werft Ferienhausarchitekturen vor, die sich aus vorgefertigten Raummodulen zusammensetzen. Die einzelnen Module verfügen über die gleichen Grundabmessungen und können flexibel – dem Standort entsprechend – wie die Sektionen eines Schiffsrumpfes zusammengesetzt werden. Aus wenigen Modulen können so ganz unterschiedliche Ferienhäuser für variierenden Personenanzahlen und Nutzungsanforderungen realisiert werden. Der Entwurf sieht eine Holzrahmenbauweise für sämtliche Module vor, die seriell produziert werden und einfach vor Ort zu montieren sind. Die Außenfassaden sollen mit kesseldruckimprägnierten Furnier-Schichtholzplatten verkleidet werden, die durch verschiedenen farbige Lasuren differenziert werden. Pläne: Lorenzen Mayer Architekten
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Projektprozess 
Publikation ›Thüringen Baukultur Tourismus‹ erschienen
01. Februar 2020

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Urlaubswerft und Langhaus sind IBA Kandidaten
22. März 2019

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Ideenwettbewerb für Ferienhäuser am Thüringer Meer gestartet
12. Juli 2018

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Thüringen
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