neustadt

Projekte
Thüringer Wald, Her(R)bergskirchen

Thüringer Wald, Her(R)bergskirchen

Thüringer Wald, Her(R)bergskirchen

Andacht und Tourismus: Kirche als Her(r)berge

»Das Angebot, in einer Kirche übernachten zu können, zieht Menschen aus nah und fern an und die Kirche gewinnt so als gesellschaftlicher Mittelpunkt der Gemeinde an neuer Attraktivität. Die Her(R)bergskirche ist dabei ein gelungenes Beispiel für nachhaltigen Tourismus.«
Prof. Barbara Holzer, Fachbeirätin der IBA Thüringen  

Wie schläft es sich in einer Kirche? In Neustadt am Rennsteig haben regionale Akteure und externe Ideengeber, angestoßen vom offenen Ideenaufruf 2017 der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland und der IBA Thüringen, ein neues Nutzungskonzept für ihren Kirchenraum in der Michaeliskirche gesucht. Entstanden ist die Idee für die erste Her(R)bergskirche im Thüringer Wald.

2017 gab es zunächst eine provisorische Lösung, 2018 konnte dauerhaft eine Schlafnische im hinteren Bereich der neuromanischen Chorturmkirche eingerichtet werden. Das Modellvorhaben in Neustadt ermöglicht nun Übernachtungen im Gotteshaus: Bis zu zwei Personen finden hier bequem Platz, 2018 übernachteten hier bereits 93 Gäste, 2019 stieg die Zahl der Her(R)bergsbesucher schon auf 155. Und die Kirchgemeinde in Neustadt am Rennsteig hat weitere Nutzungsmöglichkeiten angeregt: Yogakurse, eine Bibliothek und ein gemeinsamer Koch- und Essensraum sollen Elemente dieser modernen Begegnungsstätte werden. 2019 erhielt das IBA Projekt außerdem den zweiten Preis ›Goldener Kirchturm 2019‹ der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. 2020/21 werden neben der Schlafnische im hinteren Bereich mithilfe einer LEADER-Förderung Gästebad und Küche in der Kirche eingerichtet.

Ausgehend vom erfolgreichen IBA Pilot-Projekt in der Michaeliskirche in Neustadt am Rennsteig wollen weitere Kirchen ihre Gebäude als Unterkünfte für Wanderer öffnen. Als nächste Standorte entlang des Rennsteigs sind Tambach-Dietharz, Spechtsbrunn, Steinheid und Gehlberg im Gespräch bzw. in der konkreten Planung. Wie auch in Neustadt am Rennsteig sollen die historischen Kirchenschiffe durch Mikroarchitekturen ergänzt werden, diese bilden Räume für einfache Schlafgelegenheiten ebenso wie für Begegnung und Gespräche. Mit ortsspezifischen Lösungen gelingt es so, die Kirchen als öffentliche Gemeinschaftsorte für die Dörfer und Besucher wieder stärker nutzbar und erlebbar zu machen.

Um jedes Projekt ist ein vielfältiges lokales Netzwerk unterschiedlicher Akteure entstanden. Die Dachmarke Her(R)bergskirchen verbindet die Standorte und sorgt für die Weiterentwicklung der Ideen sowie die Vermarktung ihres touristischen Potenzials. Das große ‚R' in der Klammer der Her(R)bergskirchen nimmt Bezug auf die Signalisierung des Rennsteiges im Thüringer Wald.

Mit den voraussichtlich 2021 hinzukommenden Her(R)bergskirchen entstehen so mehrere Her(R)bergen entlang des Rennsteigs. Schon heute zeigt die Erfahrung aus Neustadt, dass die neue Projektfamilie ›Her(R)bergskirchen Thüringer Wald‹ ein Erfolg werden kann.

Die Idee für die Her(R)bergskirchen ging hervor aus dem Ideenwettbewerb ›STADTLAND:Kirche‹ 2017 der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und der IBA Thüringen.

Die Her(R)bergskirche in Neustadt St. Michaelis am Rennsteig ist ein Modellprojekt für weitere mögliche Her(R)bergskirchen entlang des Rennsteigs im Thüringer Wald und seit März 2019 IBA Projekt.

Blick in das neu eingerichtete Turmzimmer der Her(R)bergskirche Tambach-Dietharz. In den Sommermonaten 2021 wird hier, zusätzlich zu Neustadt am Rennsteig, der Probebetrieb für die ersten Schlafgäste starten.

Mehr zum Projekt 
Bauliche Erweiterung der Her(R)bergskirche in Neustadt am Rennsteig
12. Juni 2021

Bauliche Erweiterung der Her(R)bergskirche in Neustadt am Rennsteig

Neuer Website der Her(R)bergskirchen Thüringer Wald
12. Juni 2021

Neuer Website der Her(R)bergskirchen Thüringer Wald

Buchtipp: Ein neuer Typus Kirche
07. Mai 2021

Buchtipp: Ein neuer Typus Kirche

Übernachtungssaison 2020
30. September 2020

Übernachtungssaison 2020

Neue Her(R)bergskirche in Tambach-Dietharz erprobt
11. September 2020

Neue Her(R)bergskirche in Tambach-Dietharz erprobt

IBA Fachbeirat empfiehlt IBA Projektstatus für Her(R)bergskirchen
04. September 2020

IBA Fachbeirat empfiehlt IBA Projektstatus für Her(R)bergskirchen

He(R)bergskirche erhält Förderung
26. Mai 2020

He(R)bergskirche erhält Förderung

Übernachtungssaison 2019
05. Dezember 2019

Übernachtungssaison 2019

Her(R)bergskirche neues IBA Projekt
24. März 2019

Her(R)bergskirche neues IBA Projekt

Übernachtungssaison 2018
30. November 2018

Übernachtungssaison 2018

Gelungene Eröffnung der Ausstellung ›500 Kirchen 500 Ideen‹
16. Mai 2017

Gelungene Eröffnung der Ausstellung ›500 Kirchen 500 Ideen‹

Hunderte Ideen wurden 2016 zum Ideenaufruf eingereicht, viele davon als Video. Foto: Thomas Müller

Vor der Kirche steht ein gelbes Haus, an dem die Besucher kreativ werden und neue Nutzungsvorschläge für Kirchengebäude entwickeln können: Der Ideengenerator. Foto: Thomas Müller

Mehr Bilder auf querdenker2017.de.

 

Erste Ideenwerkstatt in der Michaeliskirche
06. August 2017

Erste Ideenwerkstatt in der Michaeliskirche

Thüringer Meer, Architektourismus

Thüringer Meer

Thüringer Meer, Architektourismus

Baukultur und Tourismus

»Neue Generationen haben auch neue Erwartungen und Bedürfnisse an den Tourismus. Das Thüringer Meer ist ein idealer Ort um dies zu testen. Der Ansatz bietet die Chance abseits üblicher Fördermechanismen ein wirklich neues unternehmerisches Potential für Wachstum und Wohlstand in der Region zu entdecken. Dies kann eine wichtige Inspiration für Folgeprojekte sein.«
Stephan Petermann, Fachbeirat IBA Thüringen

Auf Initiative des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie in enger Kooperation mit IBA Thüringen und Stiftung Baukultur Thüringen soll ein besonderer Entwicklungsimpuls für den Tourismus im Freistaat ausgelöst werden. Ziel ist es, durch eine neue Form von Ferienhausarchitektur die vorhandenen landschaftlichen Qualitäten des Thüringer Meers und gute, moderne Architektur miteinander zu vereinen. 

Mit dem 2018 gestarteten Ideenwettbewerb ›XS - Neue Ferienhäuser modellhaft bauen‹ und der folgenden Realisierung soll ein Beispiel umgesetzt werden, welches das Potential innovativer und zugleich regionaler Lösungen aufzeigt. Gute, ganzheitliche Architektur, eine einzigartige Landschaft sowie mutige Investoren und Betreiber sind die Zutaten für Neues an der ostthüringischen Seenküste.

Anfang Oktober wurden die Sieger des Wettbewerbs in Saalburg unter Anwesenheit des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow ausgezeichnet. 37 Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten haben sich auf die Suche nach einem neuen gebauten Urlaubsgefühl an der Seenkette entlang der Thüringer Saale gemacht. Die Ergebnisse für zwei Standorte in der Nähe der Bleilochtalsperre sind vielfältig. Die Vorschläge reichen von der Mikrohütte bis zur Anlage in einem einzigen Langhaus, das alle Funktionen unterbringt. Dass ausgerechnet dieses lange Haus den ersten Preis bekommt, zeigt, dass auch die Jury offen war, die Aufgabenstellung weiterzudenken. Beurteilt wurden neben Haus- und Siedlungsform auch die Innenraumatmosphäre, die Kombinierbarkeit von Wohnungsgrößen und vor allem die Beziehung zwischen Haus, Natur und Kulturlandschaft.

Im März 2019 wurden zwei Wettbewerbsentwürfe für Ferienarchitektur am Thüringer Meer, das Langhaus und die Werft, zu IBA Kandidaten ernannt.

Der 1. Preis: Der Entwurf und die Gesamtidee eines Langhauses mit durchgehender Dachkonstruktion verfolgt die Idee 'alles unter ein Dach zu bringen' und berücksichtigt damit den Aspekt des 'gemeinschaftlichen 
Wohnens'. Die Innenraumgestaltung ist sehr flexibel und passt sich somit den Bedürfnissen unterschiedlichster Zielgruppen an.

© Architekturbüro Voigt, Leipzig

Der Entwurf und die Gesamtidee eines Langhauses mit durchgehender Dachkonstruktion verfolgt die Idee 'alles unter ein Dach zu bringen' und berücksichtigt damit den Aspekt des 'gemeinschaftlichen 
Wohnens'. Die Innenraumgestaltung ist sehr flexibel und passt sich somit den Bedürfnissen unterschiedlichster Zielgruppen an.
© Architekturbüro Voigt, Leipzig

Der Entwurf von Opposite Office aus München aktiviert die ehemalige Werft an der Bleilochtalsperre mit Mikroarchitekturen und nimmt ›XS‹ damit wörtlich: Unterschiedliche Mikroarchitekturen nutzen die vorhandenen Ressourcen des ehemaligen Werftgeländes, um hieraus neue Funktionen und gestalterische Ansätze zu entwickeln.

© Opposite Office, München

Der Entwurf reagiert auf die heterogene städtebauliche Situation nicht mit einer ›Setzung‹, sondern einer Strategie. Unterschiedliche Kleinstarchitekturen sollen auf Basis der vorhandenen Ressourcen entstehen, beispielsweise auf den nicht mehr benötigten Gleisanlagen.

© Opposite Office, München

»Was mir an dem Tourismusthema gefällt, ist, dass es in einer sehr grundsätzlichen Art und Weise das Thema Nachhaltigkeit und Baukultur behandelt und eine echte Perspektive für einen Tourismus des 21. Jahrhunderts liefert.«
Stephan Petermann, Fachbeirat IBA Thüringen

Investoren stehen bereit und sind interessiert, die Ergebnisse umzusetzen. Ziel ist es, keine massentouristische Architektur anzubieten, sondern einen Urlaubsort, der einer klaren Linie folgt.

Mehr zum Projekt 
Publikation ›Thüringen Baukultur Tourismus‹ erschienen
01. Februar 2020

Publikation ›Thüringen Baukultur Tourismus‹ erschienen

Urlaubswerft und Langhaus sind IBA Kandidaten
22. März 2019

Urlaubswerft und Langhaus sind IBA Kandidaten

Ideenwettbewerb für Ferienhäuser am Thüringer Meer gestartet
12. Juli 2018

Ideenwettbewerb für Ferienhäuser am Thüringer Meer gestartet

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Thüringen
Deutschland
Krobitz, St. Annen-Kapelle

Krobitz, St. Annen-Kapelle

Krobitz, St. Annen-Kapelle

LeerGut im Kleinformat: Kirchenraum füllt sich mit Musik

»Alt und Neu, Tradition und Innovation verbinden sich hier auf ideale Weise. Der innovative Esprit, der behutsame Umgang mit dem Ort und seiner Tradition und die Partizipation und Interaktion von und mit Menschen zeichnen die Kunstkapelle St. Anna in Krobitz eindeutig als IBA Projekt aus.« 
Prof. Barbara Holzer, Fachbeirätin der IBA Thüringen

Nur noch einmal im Jahr, zu Himmelfahrt, diente die kleine St. Annen-Kapelle in den letzten Jahren als Begegnungsort. In der Dorfgemeinde Krobitz im Saale-Orla-Kreis trafen sich die Menschen zum Gebet unter freiem Himmel, der sanierungsbedürftige Innenraum blieb ungenutzt.

Mit dem offenen Ideenaufruf ›STADTLAND:Kirche 2017‹, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der IBA Thüringen kam die Wende: Der renommierte internationale Künstler Carsten Nicolai gab der romanischen Kirche aus dem 11. Jahrhundert ein musikalisches Herz. Eigens für die St. Annen-Kapelle aus entwickelte er eine skulpturale Arbeit: ›organ‹ ist im weitesten Sinne ein Musikinstrument, das von frühen Entwürfen sogenannter Flammenorgeln aus dem späten 18. Jahrhundert inspiriert ist.

Im Rahmen einer baulichen Grundsicherung wurde die Kapelle mit einfachen Mitteln denkmalgerecht saniert. Neben der Instandsetzung mit neuem Stampflehmboden wurde auch eine umlaufende Eichenholzbank installiert. Die von Carsten Nicolai konzipierte Flammenorgel fungiert im neuen Kirchenraum als räumlicher Mittelpunkt und künstlerischer Beitrag.

Die Feuerorgel hat zweireihig angeordnete Gasflammen. Produziert wurde sie von Frank Fietzek und Rob Feigel. Zeichnungsurheber: Frank Fietzek

Im Gegensatz zur klassischen (Kirchen-) Orgel erzeugen hier Flammen die Töne, indem sie die Luft in den Glaszylindern zum Schwingen bringen.

IBA Projektleiterin Ulrike Rothe im Gespräch mit dem Künstler Carsten Nicolai.

Das Kunstprojekt schafft einen starken Ort und verleiht der romanischen Kapelle, die einen Fixpunkt in der sanft anmutenden Landschaft im Saale-Orla-Kreis bildet, neue Strahlkraft. Die Kunstkapelle ist das erste realisierte Projekt im Rahmen des offenen Ideenaufrufs 2017 ›STADTLAND:Kirche‹ und zeigt vorbildlich, wie eine kreative Co-Nutzung von Kirchenräumen das Gemeindeleben inspirieren und beflügeln kann: Mit dem Einbau hat die Kapelle eine zusätzliche Nutzung als Kunstraum erhalten und konnte seit ihrer Wiedereröffnung bereits eine große Besucherzahl in der von der Gemeinde und Kirchgemeinde betreuten Kapelle begrüßen.

Öffnungszeiten:

Auf Anfrage an anfrage@st-anna-krobitz.de wird die Kirche für Gruppen geöffnet.

Mehr zum Projekt 
Ministerpräsident auf Thüringen-Tour macht Halt in Krobitz
30. Juli 2020

Ministerpräsident auf Thüringen-Tour macht Halt in Krobitz

Bei der Besichtigung der ›Kunstkapelle‹, wie der aus dem 11. Jahrhundert stammenden, romanischem Bau auch bezeichnet wird, zeigte sich der Ministerpräsident tief beeindruckt von der Feuerorgel mit den zweireihig angeordneten Gasflammen.

Im Anschluss an die Besichtigung der Kirche bot sich die Möglichkeit des Austausches zwischen Ministerpräsident und den Projektbeteiligten, darunter Jan David (Freundeskreis Krobitz), Marcus Schmidt (EKM), Vertretern der IBA Thüringen sowie Christoph Backhaus (Pfarrer Kirchengemeinde Weira).

Unter dem Motto ›Land & Leute‹ ging Ministerpräsident Ramelow vom 20. bis zum 30. Juli 2020 auf Reisen quer durch ganz Thüringen, wo er rund 30 Ziele in allen Landkreisen des Freistaats besuchte. „Mit viel Kreativität, Fleiß und Erfolg treiben die Menschen im ländlichen Raum Thüringens ihre Projekte voran und zeigen an vielen Stellen, wie lebenswert das Land auch abseits der städtischen Zentren ist“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow in Hinblick auf das Programm der Thüringen-Tour.

Rückblick auf die 3. Saison 2019 in Krobitz
27. November 2019

Rückblick auf die 3. Saison 2019 in Krobitz

Rückblick auf die 2. Saison 2018 in Krobitz
28. Dezember 2018

Musikalische Intervention in Krobitz

Sie reagierte mit Quarz-Glas-Schalen und der Dresdner Künstler Jan Heinke mit einem Stahlcello, Oberton-Gesang und verschiedenen Blashörnern auf die 12-minütige Komposition von Carsten Nicolai, die auf der gasbetriebenen Orgel mit 25 Glaspfeifen zu hören ist. Es entwickelte sich eine faszinierende Klang – und Raumkomposition in der alten romanischen Kapelle. Foto: Henry Sowinski

Insgesamt besuchten 2018 700 Gäste die St. Annen-Kapelle in Krobitz. Viele kamen aus den umliegenden Dörfern sowie aus den angrenzenden Städten wie Saalfeld und Jena. Aber auch aus Leipzig und Berlin und sogar aus Norwegen und Mexiko kamen Interessierte. Die Tore der St. Annen-Kapelle geöffnet, die gasbetriebene Orgel gewartet und über das IBA Projekt informiert haben die Mitglieder des Freundeskreises der kleinen Kirche, der sich 2017 gebildet hat. Foto: Henry Sowinski

Interview mit Carsten Nicolai
21. März 2018

Von einem erstaunlichen Resonanzraum
Interview mit Carsten Nicolai

Kirchen sind akustisch vielleicht die kompliziertesten Orte. Sie haben einen derartig hohen Nachhall, eine so starke Resonanz auf bestimmten Frequenzen, dass man schnell versteht, dass ein Kirchenraum eben immer auch ein riesiger Resonanzraum ist. 

Und was ist dann so neu an einer „Orgel“ in einer Kirche?

Dass die Orgel endlich mal da steht, wo man sie auch sehen kann. Die Orgel der Vergangenheit, diese wahnsinnig prunkvolle Orgel ist so eingebaut worden, dass man sie eigentlich nur beim Herausgehen sieht. Und vor allem ist sie immer mehr zu einem Einrichtungsgegenstand geworden oder vielmehr zu einem Dekorationselement. Bis heute. Der Zuhörer sieht nur noch die Pfeifen, weiß aber gar nicht, wo der Sound herkommt. Hier sitzt die Gemeinde jetzt drum herum, was auch ein bisschen die normale Unterteilung auflöst. Hier findet eine gewisse Demokratisierung statt. Alle treffen sich auf derselben Ebene, in ein- und demselben Raum. Quasi auch ein spätantiker Rückgriff, als man sich beim Bau der ersten Kirchen auf das Vorbild römischer Basiliken bezog, den Versammlungsort schlechthin. Die Kanzel ist zwar noch da, aber wenn man die Mitte mit diesem Instrument besetzt, hat man zugleich einen Zuschauerraum und einen Performanceraum, ein Theater.

Vor allem aber auch einen Akustikraum?

Kirchen sind akustisch vielleicht die kompliziertesten Orte. Sie haben einen derartig hohen Nachhall, eine so starke Resonanz auf bestimmten Frequenzen, dass man schnell versteht, dass ein Kirchenraum eben immer auch ein riesiger Resonanzraum ist. Er sollte ja schwingen bei den Menschen, als ein Verstärker letztendlich des Wortes und der Musik. Der religiöse Glaube der Menschen sollte insgesamt verstärkt werden. Der Kirchenraum ist mehr als ein klassisches Instrument, er ist eben ein Resonanzkörper.

organ weist ein weiteres klassisches Element der Kapelle auf: die Flamme, das ewige Licht.

Flammen haben jenseits der christlichen Symbolik eine ganz eigene Archaik. Die Urelemente Feuer, Wasser, Luft und Erde – im Grunde hat man dort alles vor Ort. organ spielt auf diese Grundelemente an. Wenn die Flamme beginnt zu resonieren, dann sieht man die Luft aufsteigen und die Flamme verändert ihre Farbe. Die spielende Flamme wird blau, die nicht spielende Flamme bleibt gelb. Der Besucher wird das Feuer mit dem Ton verbinden, man hat im Prinzip eine Visualisierung des Sounds, das ist das Schöne an diesem synästhetischen Aspekt. Die Flamme ist Lichtquelle und Feuerquelle zugleich. Im Winter wird organ die Kirche eben auch heizen. Zudem entziehen die Flammen der Umgebung Sauerstoff, es tritt also rudimentärer Sauerstoffmangel ein. Das wird aber bei der Kirche in Krobitz nicht so ganz passieren, weil sie altersbedingt zu porös ist.

Das klingt im besten Sinne archaisch, zeitlos und irgendwie auch meditativ.

Ja, es ist das, was man am Anfang am wenigsten dachte. Eigentlich ist es eine Zurückführung auf die ursprüngliche Nutzung solcher Räume. Das ist das Schöne.

Downloads 
Improvisationskonzert mit Matthias von Hintzenstern zur Kunstinstallation ›organ‹
24. August 2017

Improvisationskonzert mit Matthias von Hintzenstern zur Kunstinstallation ›organ‹

Foto: Gernot Lindemann

Foto: Gernot Lindemann

Foto: Gernot Lindemann

Foto: Gernot Lindemann

Kunstprojekt ›organ‹ zieht rund 200 Besucher in lange verschlossene Kapelle
28. Juni 2017

Kunstprojekt ›organ‹ zieht rund 200 Besucher in lange verschlossene Kapelle

Rund 200 Besucher kamen zum Eröffnungswochenende der skulpturalen Arbeit ‚organ’ nach Krobitz. Foto: Thomas Müller

Die Kunstkapelle St. Anna in Krobitz ist im Rahmen der IBA Kandidatur der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland entstanden.

Die St.-Anna-Kapelle in Weira stammt aus dem 11. Jahrhundert. Foto: Gernot Lindemann

Lange Jahre war die St.-Anna-Kapelle ungenutzt und für die Öffentlichkeit unzugänglich. Foto: Thomas Müller

IBA Projektleiterin Ulrike Rothe im Gespräch mit dem Künstler Carsten Nicolai.

Das von Carsten Nicolai geschriebene Stück dauert etwa zwölf Minuten. Foto: Thomas Müller

Im Gegensatz zur klassischen (Kirchen-) Orgel erzeugen hier Flammen die Töne, indem sie die Luft in den Glaszylindern zum Schwingen bringen.

Foto: Thomas Müller

Foto: Gernot Lindemann

Elke Bergt von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland dankte am Ende des Gespräches allen, die am Vorhaben mitgewirkt und dieses unterstützt sowie gefördert haben. Dazu zählen der Künstler Carsten Nicolai mit seinem Team von yamaguchi-ufficio d’arte und WERKSTATT 4, die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Weira / Krobitz mit dem amtierenden Superintendent und Pfarrer, die politische Gemeinde Weira, die Kulturstiftung des Bundes, das Regionalmanagment LEADER des Saale-Oral-Kreises mit dem Amt für Landesentwicklung und Flurneuordnung Gera, das Architekturbüro nitschke+kollegen, die Tischlerei Herden und der Stampflehmbauer Hoppert Handwerk & Design sowie der Restorator Olaf Lindner, das Büro für Szenografie chezweitz und das Team der IBA Thüringen sowie der EKM.

Bei frischen Sauerteigbrot und Altenburger Ziegenkäse mit Lauchzwiebeln sowie Roséwein und Apfelsaft aus der Region klang der Sommerabend zum Johannisfest beim Feuer aus. Erfüllt von dem Kunstwerk ‚organ’ und der St.-Anna-Kapelle fuhren die Gäste beeindruckt, angeregt und beflügelt nach Hause, um wieder zu kommen!

OTZ: Feuer, Licht und Klänge in der St.-Annen-Kapelle in Krobitz

Gelungene Eröffnung der Ausstellung ›500 Kirchen 500 Ideen‹
16. Mai 2017

Gelungene Eröffnung der Ausstellung ›500 Kirchen 500 Ideen‹

Hunderte Ideen wurden 2016 zum Ideenaufruf eingereicht, viele davon als Video. Foto: Thomas Müller

Vor der Kirche steht ein gelbes Haus, an dem die Besucher kreativ werden und neue Nutzungsvorschläge für Kirchengebäude entwickeln können: Der Ideengenerator. Foto: Thomas Müller

Mehr Bilder auf querdenker2017.de.

 

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
St. Annen-Kapelle Krobitz 07806 Krobitz
Deutschland
Träger
Partner
Planungsbeteiligte und Künstler
Bauausführung
Ansprechpartnerin

Ulrike Rothe
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-13
ulrike.rothe@iba-thueringen.de

Thüringen, 2.000 Kirchen

Thüringen, 2.000 Kirchen

Thüringen, 2.000 Kirchen

Sakrale Architekturen weitergedacht: Ideenaufruf für neue Nutzungen

»Kirchen prägen die Kulturlandschaft von Thüringen. Sie sind ein bedeutender Teil des kulturellen Erbes der Region. Ihre Neuprogrammierung mit dem Ziel der Förderung von sozialem Austausch in den einzelnen Gemeinden stärkt die Wahrnehmung von Thüringen sowohl von innen als auch von außen.«
Prof. Barbara Holzer, Fachbeirätin der IBA Thüringen

Sie sind identitätsstiftend und fast immer ortsbildprägend: 99 % der etwa 2000 evangelischen Kirchen in Thüringen stehen unter Denkmalschutz, sie sind ein bauhistorischer und kultureller Schatz. Doch die Pflege und Wahrung von Grundstücken, Pfarrhäusern und Kirchen wird angesichts des demografischen Wandels und abnehmender Kirchenmitglieder immer belastender. In Kooperation mit der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM) sucht die IBA Thüringen gemeinsam mit Partnern nach Strategien, leere, oder wenig genutzte Kirchen wieder mit Leben zu füllen.

2016 riefen die EKM und die IBA Thüringen auf, Ideen für zukunftsfähige Nutzungen von rund 2.000 Kirchen zu finden.

500 Ideen für 500 Kirchen in Thüringen kamen zusammen. Die Ergebnisse des offenen Ideenwettbewerbs ›StadtLand:Kirche‹ wurden in der Erfurter Kaufmannskirche ausgestellt.

Bei der Vernissage am 13. Mai 2017 konnten die Besucher selbst hunderte Ideen für den Umgang mit Kirchengebäuden lüften. Auf den Monitoren wurden die eingereichten Ideenvideos aus dem Aufruf abgespielt.

Sieben Modellprojekte sind aus dem Aufruf hervorgegangen: Die soziokulturelle Zentrumskirche in der Martinskirche Apolda wird gesellschaftlicher Treffpunkt, die Her(R)bergskirche St. Michaelis in Neustadt am Rennsteig wird über die Plattform Airbnb erfolgreich vermietet. Die St. Annen-Kapelle in Krobitz wurde mit einer gasbetriebenen Flammenorgel zur Kunstkapelle. Die Bienen-Garten-Kirche St. Peter und Paul in Roldisleben, ein meditativer Spielplatz in der Kirche St. Nicolai in Niedergebra und die Netzwerkkirche St. Johannis (digital und sozial) in Ellrich sind ebenfalls im Qualifizierungsprozess.

Mehr zum Projekt 
Buchtipp: Ein neuer Typus Kirche
07. Mai 2021

Buchtipp: Ein neuer Typus Kirche

Neue Möbellandschaft für die Netzwerkkirche Ellrich
07. Mai 2021

Neue Möbellandschaft für die Netzwerkkirche Ellrich

Studentischer Wettbewerb zu ›Kirchenmobil‹ entschieden
10. März 2021

Studentischer Wettbewerb zu ›Kirchenmobil‹ entschieden

Der Entwurf von Beutin und Duquesnoy ist orientiert an Psalm 61,5 ›Lass mich wohnen in deinem Zelte ewiglich und Zuflucht haben unter deinen Fittichen‹

Im nächsten Semester soll eine Bearbeitung in Hinblick auf Umsetzbarkeit, Öffentlichkeitswirksamkeit und Nachhaltigkeit durch die Studierenden erfolgen. Anschließend soll über eine Realisierung entschieden werden.

Fachbeirat empfiehlt IBA Projektstatus für Martinskirche Apolda
05. März 2021

Fachbeirat empfiehlt IBA Projektstatus für Martinskirche Apolda

Landesbischof übernimmt Schirmherrschaft für Modellprojekte
06. November 2020

Landesbischof übernimmt Schirmherrschaft für Modellprojekte

Förderung für Ausbau der Netzwerkkirche in Ellrich bewilligt
03. November 2020

Förderung für Ausbau der Netzwerkkirche in Ellrich bewilligt

Favorisierter Entwurf für Umbau und Sanierung der Martinskirche Apolda
05. Oktober 2020

Favorisierter Entwurf für Umbau und Sanierung der Martinskirche Apolda

Der favorisierte Entwurf des Ateliers ST für die Martinskirche Apolda. Visualisierung: Atelier ST

Im Erdgeschoss ensteht ein offener, für zahlreiche Aktivitäten, Inszenierungen, Ausstellungen frei verfügbarer Raum, der wie eine innenräumliche Piazza funktioniert, der offen ist zum Garten, aber prinzipiell auch offen sein kann zum sonstigen umliegenden Stadtraum, von dem her Aktivitäten aufgenommen, ja in der Kirche konzentriert werden können. Diese Multivalenz und Offenheit ist einem soziokulturellen Zentrum sehr gemäß. Der Raum kann temperiert werden, je nach den Erfordernissen des jeweiligen Gebrauchs.

Der in und über diesem Raum „schwebende“ Körper wiederum nimmt eine Reihe von Funktionen der Gemeinde auf, ist kompakt, ganzjährig und permanent nutzbar, weil vollständig beheizbar. Die gewählte Figur des Implantats folgt streng, ja minimalistisch, den funktionalen und statischen Erfordernissen und bezieht auch daraus eine unikale und zeichenhafte Qualität. Der Körper stützt sich einerseits ab auf die Erschließungselemente der Treppe und des Aufzugs, wodurch die Gemeinderäume barrierefrei erreichbar sind. Er stützt sich andererseits ab auf eine massive, asymmetrisch im Raum stehende Stütze wie ein „Fuß“, die den Boden aber nur minimal berührt, und einen „Arm“ als Erschließungs- und Fluchtweg von und zu der außen liegenden Treppe der Kirche. Der freischwebende Betonkörper gerät derart in eine nahezu archaisch schöne Wechselbeziehung zum umgebenden alten Mauerwerk der Kirche. 

Die Jury ist nach intensiver Diskussion zu der einstimmig getroffenen Entscheidung gelangt, dem Bauherrn die Arbeit des Atelier ST Leipzig zur Realisierung zu empfehlen und das Architekturbüro mit der Planung zu beauftragen.

Insgesamt würdigt das Berater- und Sachverständigengremium die herausragende räumliche, atmosphärische und symbolische Qualität des Entwurfs. Die Belange des soziokulturellen Zentrums seien in diesem Projekt ebenso abgebildet, wie die Erfordernisse der Kirchgemeinde. Zudem schaffe die Figur der Lösung ein nahezu einzigartiges Bild, das verspricht, die Martinskirche weithin zu einer Ikone der modernen Kirchenumnutzung werden zu lassen.

Die Fertigstellung des Vorhabens ist für 2023 geplant.

Bereisung der Modellprojekte im Sommer 2020
27. August 2020

Bereisung der Modellprojekte im Sommer 2020

Rückblick auf den 29. Evangelischen Kirchbautag 2019
22. September 2019

Rückblick auf den 29. Evangelischen Kirchbautag 2019

In der Lutherkirche in Erfurt wurden zum Auftakt des 29. Kirchbautags verschiedene Projekte zum Thema ›Kirche als öffentlicher Raum in bewegten Zeiten‹ vorgestellt.

Anders als in den letzten Jahren wurde der diesjährigen Tagung ein deutlich verstärkter internationaler Aspekt verliehen. So wurden unter anderem die verschiedenen Projekte der EKM-Gemeinden jeweils mit einem internationalen Beispiel gespiegelt, vorgestellt und anschließend diskutiert. Mit dem Abschlussgottesdienst am Sonntag in der Augustinerkirche ging eine erfolgreiche Tagung zu Ende, bei der neue Impulse für den Umgang mit Kirchen gegeben wurden, die für die kommenden Jahre richtungsweisend sein können.

Rückblick auf die 2. Saison 2018 in Krobitz
28. Dezember 2018

Musikalische Intervention in Krobitz

Sie reagierte mit Quarz-Glas-Schalen und der Dresdner Künstler Jan Heinke mit einem Stahlcello, Oberton-Gesang und verschiedenen Blashörnern auf die 12-minütige Komposition von Carsten Nicolai, die auf der gasbetriebenen Orgel mit 25 Glaspfeifen zu hören ist. Es entwickelte sich eine faszinierende Klang – und Raumkomposition in der alten romanischen Kapelle. Foto: Henry Sowinski

Insgesamt besuchten 2018 700 Gäste die St. Annen-Kapelle in Krobitz. Viele kamen aus den umliegenden Dörfern sowie aus den angrenzenden Städten wie Saalfeld und Jena. Aber auch aus Leipzig und Berlin und sogar aus Norwegen und Mexiko kamen Interessierte. Die Tore der St. Annen-Kapelle geöffnet, die gasbetriebene Orgel gewartet und über das IBA Projekt informiert haben die Mitglieder des Freundeskreises der kleinen Kirche, der sich 2017 gebildet hat. Foto: Henry Sowinski

Pavillon für Bienen-Garten-Kirche Roldisleben
23. Oktober 2018

Pavillon für Bienen-Garten-Kirche Roldisleben

Im Juli 2018 würdigte das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft das innovative und integrierte Konzept des IBA Kandidaten, das von zahlreichen Bürgern mitgetragen wird, mit 20.000 Euro.

Die erste Ausstellung wird im April 2019 von Künstlerin Jeanette Zippel präsentiert - ›Kunst mit und über Bienen‹. 2019 wird außerdem ein Sinnesgarten mit biblischen Kräutern im Kirchgarten angelegt.

500 Kirchen 500 Ideen. Neue Perspektiven für Kirchen
13. Dezember 2017

500 Kirchen 500 Ideen. Neue Perspektiven für Kirchen

Die Publikation ›500 Kirchen, 500 Ideen. Neue Nutzung für sakrale Räume‹ zum Projekt. Foto: chezweitz

Modellprojekte
Einige konkrete Vorhaben präsentierte die Erfurter Ausstellung bereits als künftige Modellprojekte, so zum Beispiel das Sozialkaufhaus in der Martinskirche Apolda oder die Her(R)bergskirche in St. Michaelis in Neustadt am Rennsteig. Eine Werkstattwoche mit wenigen baulichen Interventionen – fünf Kirchenbänke wurden abgeschraubt und zwei Schlafebenen, die sich in die gut in den Kirchenraum integrieren, eingebaut – schuf die Voraussetzungen dafür, die Michaeliskirche von August bis Oktober 2017 in einem Probelauf über Airbnb erfolgreich zu vermieten. Ein nächster Schritt ist eine Studie, um die Potenziale dieses Konzeptes und mögliche weitere Standorte aufzuzeigen. Andere Projekte wie u.a. die Gesundheitskirche in der Kirche St. Severi in Blankenhein, die Bienenkirche in St. Peter und Paul in Roldisleben, ein meditativer Spielplatz in der Neuen Donndorfer Kirche oder die Netzwerkkirche in St. Johannis in Ellrich sind noch in der Entwicklung.

IBA Projekt: Die Kunstkapelle St. Anna in Krobitz
In der St. Annen-Kapelle in Krobitz bei Weira entwickelte der international renommierten Künstler Carsten Nicolai das Kunstprojekt ›organ‹. Die Kapelle wurde damit wieder geöffnet und zum ersten fertiggestellten IBA Projekt überhaupt. Etwa 1.500 Gäste besuchten die kleine Kapelle romanischen Ursprungs, die fast 100 Jahre verschlossen war, an den Wochenenden im kurzen Zeitraum von Juni bis September 2017. Ein besonderer Umstand war, dass sich die Vertreter aus dem Ort und der Region rege am Prozess beteiligt haben und Woche für Woche die zahlreichen Besucher empfingen. Im Sommer 2018 geht das Kunstprojekt in seine nächste Saison – vor allem Dank dem Zusammenwirken vom Bürgermeister, von Kirchgemeinde und engagierten Krobitzer Familien. Als Freundeskreis sorgen sie künftig gemeinsam dafür, dass die Kapelle erhalten und genutzt werden kann.

Ausblick
Auch an anderen Orten in Thüringen entstehen weitere Projekte. Welche drei bis fünf Vorhaben bis zum Finaljahr der IBA Thüringen 2023 in Gänze realisiert werden können, soll 2018 feststehen. Diese sollen dann in das gesamte Thüringer Land sowie über dessen Grenzen hinaus und in die Evangelische Kirche Strahlkraft entwickeln. Und sie sollen Mut machen, Veränderungen auch in der eigenen Kirche anzugehen.

Workshop zur Umnutzung von Kirchengebäuden bei der IBA Parkstad
16. November 2017

Workshop zur Umnutzung von Kirchengebäuden bei der IBA Parkstad

Erste Ideenwerkstatt in der Michaeliskirche
06. August 2017

Erste Ideenwerkstatt in der Michaeliskirche

Kontroverse Debatte um die Nutzung von Kirchengebäuden
15. Juni 2017

Kontroverse Debatte um die Nutzung von Kirchengebäuden
1. Querdenker-Salon in Erfurt

Inputvortrag des Journalisten und Architekturkritikers Dr. Dankwart Guratzsch. Foto: Thomas Müller

Rund 50 Interessierte kamen zum ersten Salon in die Erfurter Kaufmannskirche. Foto: Thomas Müller

Gelungene Eröffnung der Ausstellung ›500 Kirchen 500 Ideen‹
16. Mai 2017

Gelungene Eröffnung der Ausstellung ›500 Kirchen 500 Ideen‹

Hunderte Ideen wurden 2016 zum Ideenaufruf eingereicht, viele davon als Video. Foto: Thomas Müller

Vor der Kirche steht ein gelbes Haus, an dem die Besucher kreativ werden und neue Nutzungsvorschläge für Kirchengebäude entwickeln können: Der Ideengenerator. Foto: Thomas Müller

Mehr Bilder auf querdenker2017.de.

 

Querdenker entwickeln Ideen für Thüringer Kirchen
06. April 2017

Querdenker entwickeln Ideen für Thüringer Kirchen
Elke Bergt über das Projekt Querdenker 2017

Neben der Ausstellung wird es in diesem Jahr auch noch viele andere Aktivitäten geben, die die Ideen für Thüringer Kirchen bekannt machen wollen. Zum Beispiel sind sogenannte Entdeckertouren geplant?
Es ist uns wichtig, Interessierten auch die Orte zeigen, um die es uns geht, und zwar in einer großen Breite. Die fünf Entdeckertouren führen insgesamt in zehn Kirchen. Dort treffen wir Ideengeber und Gemeinden, die etwas bewegen wollen. Es werden jeweils kleinere Interventionen zu sehen oder zu erleben sein, die die Idee verdeutlichen. Im Übrigen ist das auch eine gute Möglichkeit für Kirchengemeinden, sich Anregungen für eigene Projektideen zu holen. Warum also nicht einmal ein Gemeindeausflug als Entdecker?

Zum ‚Querdenker’-­Projekt gehört auch die künstlerische Gestaltung einer bislang wenig beachteten Kirche. Die Wahl ist auf die Kirche in Krobitz (Kirchenkreis Schleiz) gefallen. Der Berliner Künstler Carsten Nicolai wird sie bis Mai 2017 gestalten. Was erhoffen Sie sich von diesem Kunstprojekt?
Carsten Nicolai ist ein international bekannter Künstler, der weltweit arbeitet. Wenn eine solche Prominenz in einem kleinen Ort wie Krobitz – der Ort besteht aus wenigen Gehöften – ein Kunstwerk schafft, was macht das mit dem Ort und den Menschen dort? Ist es möglich, eine kleine ungenutzte Kapelle damit wieder zum Leben zu erwecken? Wie bringt man den (zugegebenermaßen etwas angestaubten) Charme mit moderner Kunst zusammen, ohne den Charakter des Raumes zu zerstören? Das sind die Fragen, die wir uns bei diesem Projekt stellen.

Wie ist Ihre Prognose? Wird das ‚Querdenker’­Projekt wirklich zu einem Umdenken führen, was die Nutzung der Thüringer Kirchen angeht?
Ich denke, dass wir mit diesem Projekt viele Gemeinden dazu angeregt haben, sich auf den Weg zu machen. Natürlich geht es nicht nur um die Gebäude, sondern  immer auch um das Leben darin. Andere Initiativen der EKM sehe ich in ganz engem Zusammenhang: Offene Kirchen, Erprobungsräume, Gebäudekonzeptionen – das zeigt an, dass wir auf dem Weg sind, zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Veränderung kann aber nur gelingen, wenn die Menschen, die es betrifft, das auch wollen. Uns sehe ich als Anreger und Unterstützer. Aufgrund der positiven Erfahrungen innerhalb des Projekts bin ich frohen Mutes, dass das gelingt.

Neue Ideen: Marta Doehler-Behzadi über die Verweltlichung der Kirche
05. Dezember 2016

Neue Ideen: Marta Doehler-Behzadi über die Verweltlichung der Kirche

In einem eingereichten Film wurden statt der Wetterfahne auf der Kirche wechselweise ein Supermarktzeichen, ein Tankstellenlogo, die Wimpelkette eines Kindergartens und ein Halbmond gezeigt. So etwas wird Fragen aufwerfen.
Was halten Sie von solchen Ideen?

Wir müssen nicht um jeden Preis provozieren, andererseits verändert sich unsere Welt nun mal und einen Zuzug gibt es auch. Nehmen Sie die Hagia Sophia in Istanbul. Auch das war einmal eine christliche Kirche, die heute eine Moschee ist. Vielleicht sollten wir also etwas entspannter mit diesem Thema umgehen, das derzeit sehr unentspannt diskutiert wird.

Wie wird die IBA mit solchen Diskussionen umgehen?
Wir werden während der Ausstellungszeit übers Land fahren und sie führen. (Anm. d. Red.: Von Mai bis November 2017 werden alle eingereichten Vorschläge in einer Ausstellung in der Kaufmannskirche Erfurt gezeigt.) Der Querdenker-Wettbewerb heißt schließlich auch so, weil wir uns gestatten wollen, erst einmal quer zu denken und andere Gedanken überhaupt zuzulassen. Da wir die Kirchen nicht abreißen möchten, haben wir viel Platz für Experimente. Und auch wenn einige Ideen vielleicht nicht umgesetzt werden können, setzen sie womöglich etwas in Gang.

Apropos in Gang setzen: Die IBA möchte die fünf besten Ideen baulich umsetzen. Haben sie bereits Favoriten?
Die gibt es noch nicht. Selbst wenn, dürfte ich nichts verraten. Nur so viel: Fünf Projekte sind das, was wir bis 2023 leisten möchten. Das ist aber nur eine ungefähre Zahl. Wenn ein weiterer Vorschlag wirklich gut ist, könnten es auch sechs werden.

Nach welchen Kriterien werden die Projekte ausgewählt?
Die eingereichten Ideen sollten wirklich innovativ und in ihrer Gestaltung exzellent sein. Darüber hinaus sollten sie etwas Neues schaffen und den Anspruch der Nachhaltigkeit erfüllen. Wir streben Projekte an, die Bestand haben und weltoffen sind, die man aber gut mit Thüringen verheiraten kann.

Das Gespräch führte Peter Cott. Der Artikel wurde uns freundlicherweise von der OTZ zur Verfügung gestellt, wo er zuerst am 14.11.2016 erschien.

Ideenaufruf gestartet
23. März 2016

Ideenaufruf gestartet

Bundeskulturstiftung fördert künstlerisches Projekt ›STADTLAND:Kirche‹
23. Oktober 2015

Bundeskulturstiftung fördert künstlerisches Projekt ›STADTLAND:Kirche‹

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Thüringen
Deutschland
Partner
Kuratorische Projektleitung & Planung
Kuratorenboard
  • Veronique Faucheur, Oberkirchenrat Christian Fuhrmann, Florian Heilmeyer, Prof. Barbara Holzer, Jürg Montalta, Anne Schönharting, Dr. Barabra Steiner und Tom Unverzagt 
Beteiligte bei den Salons
  • Dr. Dankward Guratzsch, Prof. Dr. Andreas Hoffmann, Dr. Stefan Krämer, Holger Reinhardt, Dr. Mathias Rein, Elke Bergt, Marcus Schmidt, Dr. Sonja Beeck, Jürgen Willinghöfer, Dr. Marta Doehler-Behzadi, Ulrike Rothe, Lisa-Marie Hottenrott und Oliver Weiland 
Ansprechpartnerin

Ulrike Rothe
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-13
ulrike.rothe@iba-thueringen.de

Planungs- und Prozessbeteiligte

Prof. Dr. Thomas Erne

Artikel
Neuer Website der Her(R)bergskirchen Thüringer Wald
12. Juni 2021

Neuer Website der Her(R)bergskirchen Thüringer Wald

Bauliche Erweiterung der Her(R)bergskirche in Neustadt am Rennsteig
12. Juni 2021

Bauliche Erweiterung der Her(R)bergskirche in Neustadt am Rennsteig

Buchtipp: Ein neuer Typus Kirche
07. Mai 2021

Buchtipp: Ein neuer Typus Kirche

Übernachtungssaison 2020
30. September 2020

Übernachtungssaison 2020

Bereisung der Modellprojekte im Sommer 2020
27. August 2020

Bereisung der Modellprojekte im Sommer 2020

Publikation ›Thüringen Baukultur Tourismus‹ erschienen
01. Februar 2020

Publikation ›Thüringen Baukultur Tourismus‹ erschienen

Gelungene Eröffnung der Ausstellung ›500 Kirchen 500 Ideen‹
16. Mai 2017

Gelungene Eröffnung der Ausstellung ›500 Kirchen 500 Ideen‹

Hunderte Ideen wurden 2016 zum Ideenaufruf eingereicht, viele davon als Video. Foto: Thomas Müller

Vor der Kirche steht ein gelbes Haus, an dem die Besucher kreativ werden und neue Nutzungsvorschläge für Kirchengebäude entwickeln können: Der Ideengenerator. Foto: Thomas Müller

Mehr Bilder auf querdenker2017.de.

 

Der Natur auf der Spur: IBA bereist den Landkreis Nordhausen
23. September 2014

Der Natur auf der Spur: IBA bereist den Landkreis Nordhausen

Weiter ging es in die Nordhäuser Bäckerstraße. Nach den Plänen der Stadt wird sich das historische Quartier zu einem klimaneutralen Viertel mit einer angepassten Infrastruktur für alle Generationen wandeln. Investiert wird derzeit kaum in das Areal mit seinen denkmalgeschützten Kelleranlagen. Die Stadt möchte gemeinsam mit ihrem Projektpartner Fachhochschule Nordhausen hier neue Modelle des Zusammenlebens erproben und Strategien für die Energiewende etablieren, etwa durch den Ausbau des Nahwärmenetzes oder e-Carsharing. Nicht zuletzt durch altersgerechte Angebote in der Infrastruktur soll rund um die Bäckerstraße ein lebenswertes und nachhaltiges Altstadtquartier entstehen, das den demografischen Wandel berücksichtigt. Im gesamten Prozess wird eine aktive Bürgerbeteiligung angestrebt.

Im Bürgerhaus von Nordhausen folgten zwei weitere Präsentationen: zum einen stellte die Fachhochschule Nordhausen ein Vorhaben zum Thema energetisch-ökologischer Stadtumbau vor, zum anderen ging es um die Gestaltung und Nutzung ‚erlebbarer Landschaften’.
Zunächst sprachen Prof. Dr. Dagmar Everding und Ariane Ruff, beide von der FH Nordhausen, über ihre Projektidee ‚Pfade in der Energie-Kultur-Landschaft/Offenes Stadtumbau-Labor an der Fachhochschule Nordhausen’. In Nordhausen ist bereits eine Vielzahl von Projekten des energetischen-ökologischen Stadtumbaus realisiert. Durch ein offenes Messlabor an der Fachhochschule mit laufendem Monitoring und kontinuierlicher Bürgerbeteiligung will man den Stadtumbau entlang von Pfaden in der Energie-Kultur-Landschaft Nordhausens weiter erforschen. Impulse erhoffen sich die Wissenschaftlerinnen durch Vorhaben wie den Umbau des Quartiers Nordhausen-Ost.

‚Nordhäuser Se(h)en Potential’ beschäftigt sich mit dem Areal von Kiesseen am Rand der Kreisstadt. Bislang wurden die unweit von Südharz, Kyffhäuser und Hainleite gelegenen Seen von Tauchern, Bade- und Freizeitgästen wild genutzt. In der Region läuft der Bergbaubetrieb weiter, was Konflikte mit sich bringt. Um diese zu lösen, will man eine neue Prozesskultur mit vielen Akteuren etablieren. Der innovative Einsatz von regenerativer Energie macht das Projekt zu einem nachhaltigen Vorhaben. Nach dem Wunsch der Initiatoren – dem privaten Investor Axel Heck von der Seelano GmbH, der Stadtverwaltung Nordhausen sowie der FH Nordhausen – sollen die Seen regionale wie überregionale Bedeutung erlangen.

Mit einer Podiumsdiskussion, an der sich auch Staatssekretärin Inge Klaan beteiligte, endete diese IBA on tour durch den Landkreis Nordhausen. Weitere Impulse kamen von Gisela Hartmann, der Vorstandsvorsitzenden des Fördervereins Park Hohenrode. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Erwartungen an die IBA Thüringen sowie neue Ansätze und Impulse, die sich für den Landkreis in Zukunft ergeben könnten.

Es ging auch um Projektideen, die zum 1. IBA Projektaufruf eingereicht worden waren. „Zu lernen, wer hinter den Projekten steckt, ist noch einmal interessanter als das bloße Papier der Projekteinreichung zu lesen“, sagte IBA Geschäftsführerin Marta Doehler-Behzadi mit Blick auf die breite lokale Beteiligung.

Engagierte Akteure bei IBA on tour im Ilm-Kreis
25. März 2014

Engagierte Akteure bei IBA on tour im Ilm-Kreis

Landkreis Sonneberg empfängt ‚IBA on tour’ mit großer Offenheit
28. Januar 2014

Landkreis Sonneberg empfängt ‚IBA on tour’ mit großer Offenheit

Der Landkreis Sonneberg ist mit rund 58.000 Einwohnern und einer Fläche von 433,36 km der kleinste Thüringer Landkreis. Als Landkreis mit der thüringenweit größten Industriedichte, niedrigsten Arbeitslosigkeit, einem stabilen Mittelstand und einer hohen Handwerkerdichte ist er ein dynamischer Wirtschafts- und Lebensraum in Südthüringen. Bekannt ist der Landkreis Sonneberg vor allem als Spielzeugregion, doch auch die Glaskunst hat eine große Bedeutung. Im Tourismus bietet der am südlichen Rennsteig gelegene Landkreis gute Bedingungen für Sport- und Aktivurlaub.

Aktiv möchten die Akteure vor Ort sich auch am IBA Prozess beteiligen. Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Geschäftsführer der IBA GmbH, zeigte sich besonders beeindruckt durch das große Interesse der Sonneberger: „Wir haben auf unserer Tour durch den Landkreis Sonneberg eine große Offenheit erfahren. Man spürt, dass sich die Menschen in der Region in die IBA Thüringen einbringen möchten.“

Kalender
Rückblick
12. Juni 2021 - 13:00 bis 15:00

Eröffnung Her(R)bergskirchen Saison 2021

Am 12. Juni 2021 laden die Her(R)bergskirchen Thüringer Wald herzlich zur Saisoneröffnung 2021 ein. Programmpunkte sind unter anderem die feierliche Eröffnung des Umbaus in der Michaeliskirche in Neustadt am Rennsteig und die Vorstellung der neue Website der Her(R)bergskirchen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung auf der Website der Her(R)bergskirchen.

 

Her(R)bergskirche Neustadt am Rennsteig
Kirchgasse 2
98701 Neustadt am Rennsteig
Deutschland
DE
Rückblick
07. September 2020 bis 11. September 2020

Ideenwerkstatt in Tambach-Dietharz

Im Rahmen einer mehrtägigen Veranstaltungsreihe werden gemeinsam mit örtlichen Vereinen, Bürgerinnen und Bürgern neue Nutzungsideen für die Lutherkirche entwickelt und getestet.

Im August 2017 wurde die Vision der Her(r)bergskirchen Thüringer Wald – angestoßen vom Querdenker Aufruf der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und IBA Thüringen in der Michaeliskirche in Neustadt am Rennsteig konkret erlebbar gemacht.

Neben dem Pilotprojekt in Neustadt am Rennsteig, welches im Frühjahr 2019 als offizielles IBA Projekt der IBA Thüringen ernannt wurde, befinden sich gegenwärtig weitere Standorte in der Planung und Entwicklung zu einer sogenannten Her(r)bergskirche im Thüringer Wald. Hierzu zählen die Standorte Gehlberg, Reinhardsbrunn/Friedrichroda, Steinheid, Spechtsbrunn und Tambach-Dietharz.

An diesen Standorten befindet man sich gerade mit den Kirchengemeinden und politischen Gemeinden in der Ausarbeitung ortsspezifischer Quernutzungsansätze und ihrer konkreten Umsetzungsschritte. Ziel ist die Etablierung von fünf Her(r)bergskirchen entlang des Höhenwanderwegs Rennsteig bis zum Jahr 2023.

Lutherkirche und Stadtzentrum 99897 Tambach-Dietharz
Deutschland
DE
Rückblick
05. Juli 2019 - 11:00

Eröffnung Bahnhof Rottenbach

Das nächste IBA Projekt wird fertig. Nach der Kunstkapelle in Krobitz, dem Sommerfrische Haus Döschnitz, dem Sch(l)afstall in Bedheim, der Her(r)bergskirche in Neustadt am Rennsteig und dem Timber Prototype House wird im Juli 2019 auch der Bahnhof Rottenbach eröffnet.

Der noch leerstehende Bahnhof wird als ein neues 'Tor ins Schwarzatal' saniert und umgebaut, nachdem die Stadt Königsee-Rottenbach ihren Bahnhof erworben hat. Eine Genossenschaft wird in Zukunft hier einen BahnHofladen betreiben und mit regionalen Produkten auch die Nahversorgung des Orts sicherstellen. Gleichzeitig können sich Touristen regional und authentisch versorgen. Derzeit entsteht vor dem Bahnhof außerdem ein Verkehrsverknüpfungspunkt für Bus, Bahn, Auto und Fahrrad. So werden überregionaler und lokaler Verkehr sinnvoll aufeinander abgestimmt. Die Infrastrukturmaßnahme nimmt auch baulich Bezug auf die Region: Regionale Materialien und Landschaftsinseln, die wie kleine Bauerngärten wirken, weisen auf die typischen Landschaften und Freiräume hin.

Bahnhof Rottenbach
Am Bahnhof
07422 Rottenbach
Deutschland
DE
Rückblick
01. April 2019

Saisoneröffnung Her(r)bergskirche

Am 1. April startet die dritte Buchungssaison der Her(r)bergskirche St. Michaelis in Neustadt am Rennsteig. Von April – September können Radfahrer und Wanderer entlang des Rennsteigs aber auch alle anderen Interessierten hier einzigartige Übernachtungen mit traumhaftem Blick in den Kirchhimmel erleben. Die Her(r)bergsinstallation bietet darüber hinaus nicht nur die Übernachtungsmöglichkeit für bis zu zwei Personen, sondern stellt auch lokale Besonderheiten in einem ‘Regionalen Schaufenster' aus, sammelt und präsentiert Ideen für ein neues (Er)leben von Kirchen im Thürnger Wald und zeigt die Möglichkeiten von neuem Mobiliar für eine vielfältige Nutzung des Kirchenraums.

Die initiative zur Entwicklung gemeinsamer Her(r)bergskirchen im Thüringer Wald ging aus dem Ideenwettbewerb ‘STADTLAND:Kirche. Querdenker für Thüringen 2017' hervor. Initiiert wurde sie von einem Team bestehend aus jungen Architekten aus Berlin und Leipzig im engen Zusammenspiel mit der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), dem evangelischen Kirchenkreis Arnstadt-Ilmenau, der Gemeinde Neustadt am Rennsteig, der technischen Universität Berlin und der Iba Thüringen. 

Interessierte können ihr Übernachtung in der ersten He(r)bergskirche im Thüringer Wald über Airbnb buchen.

Tag des offenen Denkmals

​Zum Tag des offenen Denkmals am 9. September können vier IBA Projekte besichtigt werden. Ab 10 Uhr öffnen sich der Egon-Eiermann-Bau in Apolda, das Sommerfrische Haus in Döschnitz, die St. Annen-Kapelle in Krobitz und die Her(r)bergskirche in Neustadt für interessierte Besucher. 

Egon-Eiermann-Bau in Apolda, Auenstraße 11, 99510 Apolda, 
geöffnet von 10 bis 17 Uhr
Führungen von Projektleiterin Katja Fischer um 11 und um 14 Uhr. 

St. Annen-Kapelle in Krobitz, 07806 Weira, OT Krobitz, 
geöffnet von 10 - 17 Uhr
Projektleiterin Ulrike Rothe ist vor Ort und es gibt regelmäßige Vorführungen der Flammenorgel.

Sommerfrische Haus in Döschnitz, Ortsstraße 9a, 07429 Döschnitz, 
geöffnet von 12 bis 17 Uhr
Regelmäßige Führungen von Architektin Lina Maria Mentrup.

Michaeliskirche in Neustadt am Rennsteig, Rennsteigstraße 49, 98701 Neustadt am Rennsteig,
geöffnet von 10 bis 18 Uhr

Egon-Eiermann-Bau in Apolda. Foto: Thomas Müller

Die St. Annen-Kapelle in Krobitz auf weitem Feld. Foto: Thomas Müller

Herrbergskirche Neustadt. Foto: René Zieger.

Rückblick
30. Juli 2017 bis 06. August 2017

Michaeliskirche neu (er)leben

Im Rahmen des Ideenaufrufs ‚STADTLAND:Kirche. Querdenker für Thüringen 2017’ haben wir zahlreiche Ideen gesammelt, die von Mai bis November in
der Ausstellung ‚500 Kirchen 500 Ideen. Querdenker für Thüringen 2017’ in Erfurt gezeigt werden. Eine der Ideen, die modellhaft umgesetzt werden, ist die Nutzung der Kirche St. Michaelis in Neustadt am Rennsteig als ‚Herbergskirche’.  Die Kirchengemeinde hat sich dazu gemeinsam mit den Ideengebern, jungen Architekten aus Leipzig und Berlin, in einen Selbstversuch begeben.

Kirchen sind seit Jahrhunderten Räume der Einkehr und des Schutzes, sei es in politischen unruhigen Zeiten, in Notsituationen oder aber einfach als Schutz vor Naturgewalten. Besonders im Thüringer Wald war diese Schutzfunktion immer besonders wichtig, vor allem für Menschen, die unterwegs waren.

In der Kirche St. Michaelis in Neustadt am Rennsteig wird aktuell erprobt, wie es sich in einer Kirche schläft und wohnt, wer sich dafür interessiert, was das mit den Verantwortlichen und den Nachbarn macht und wie die Besucher die Idee aufnehmen. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm, welches vom Sushi-Kochkurs über gemeinsames Singen, Wandern und Möbelbauen, Zumba und einem französischen Abend bis hin zur Abschlussveranstaltung am Sonntag, dem 06. August 2017 von 14 bis 17 Uhr reicht.

Zu dieser Abschlussveranstaltung sind alle interessierten Gäste herzlich eingeladen. Überzeugen Sie sich von der Lebendigkeit der ‚Kirchenherberge’ am Rennsteig. Das Probeliegen in den Kategogien ein, zwei oder drei Kirchtürme ist inklusive.
Die Initiatoren und viele Gäste erwarten Sie am Sonntag ab 14:00 Uhr in der Kirche St. Michaelis.

Weitere Informationen unter www.herrbergskirchen.org 

Foto: Felix Minkus

Michaeliskirche
Rennsteigstraße 49
98701 Neustadt am Rennsteig
Germany
DE
Service

2021: Übersicht der Pressemitteilungen

2021
Übersicht der Pressemitteilungen

16. März 2021

Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel wird eröffnet 
Zahlreiche IBA Projekte vor Baustellenstart

12. September 2021

IBA Projektfamilie ›500 Kirchen – 500 Ideen‹ gewinnt Medaille für Baukultur

11. Oktober 2021

IBA Kandidat ›Gesundheitskioske Region Seltenrain‹ erhält Projektstatus


Apolda, 16. März 2021

Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel wird eröffnet 

Zahlreiche IBA Projekte vor Baustellenstart

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen geht in ihre letzte Etappe und bis zum IBA Finale 2023 gibt es noch einiges zu tun. In Apolda, Nordhausen, am Rennsteig, in Saalfeld, im Schwarzatal, am Thüringer Meer, in Weimar und an anderen StadtLand-Standorten der IBA schreiten die Projekte voran.

Anfang März hat der Fachbeirat der IBA Thüringen für fünf Vorhaben den Projektstatus empfohlen, dazu zählen das Wohnhaus für Studierende ›Das 100‹ in Weimar, das Soziokulturelle Zentrum in der Martinskirche in Apolda, die Quartiersentwicklung in Nordhausen Nord, die ›Wasserfrische‹ für die Region Schwarzatal und die gemeinschaftliche Entwicklung des leerstehenden Bürogebäudes als ›Wir Labor‹ in Erfurt. Damit stehen auch für diese IBA Projekte nach der Konzeptphase die nächsten Schritte bis zur Umsetzung an.

An der Bundesautobahn A 71 wird am 30. März die zukunftsweisende Infrastrukturmaßnahme Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel in Betrieb genommen, das große Infrastrukturprojekt der IBA Thüringen in Kooperation mit der DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH und Shell Deutschland Oil GmbH. Auch der Emporen- und Ahnensaal auf Schloss Schwarzburg, ein zukünftiger Denkort der Demokratie, wird am 1. Mai nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten präsentiert.

Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen: »Die IBA will bis 2023 ein starkes Bekenntnis zum StadtLand Thüringen formulieren. Damit dies keine Theorie bleibt, unterstützen wir unsere Projektpartner überall im Freistaat mit aller Kraft bei der Umsetzung ihrer Vorhaben. Mittlerweile konnten wir gemeinsam mit unserem Netzwerk auch wichtige Initiativen auf den Weg bringen, dazu zählen beispielsweise die LeerGut-Agenten oder das Sondervermögen StadtLand Thüringen. Solche Strukturen sollen auch nach Abschluss der IBA die nachhaltige Verankerung der Modellprojekte sichern.«

Vorbereitungen für das IBA Finale 2023 beginnen

Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Aufsichtsratsvorsitzender der IBA GmbH und Thüringer Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft: »Die IBA Thüringen und ihre Impulse sind relevanter denn je. Sie erfüllen unsere Ansprüche, die etablierte Städtebau- und Landschaftsentwicklung zu hinterfragen, neuzudenken und anzupassen. Gerade mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen für die kleinteilige Siedlungsstruktur Thüringens durch Klimawandel, Digitalisierung, aber auch die Bewältigung der Corona-Pandemie eröffnen sich in unseren ländlich geprägten Räumen auch Chancen, die wir bereits wahrnehmen oder noch ergreifen wollen. Davon zeugen unter anderem die StadtLand Projekte. Die IBA Thüringen endet am 31. Dezember 2023. Wie wir ihre Impulse auch darüber hinaus weitertragen, dazu sind die IBA und das Infrastrukturministerium bereits jetzt in engem Austausch.«

Anlage zur IBA Jahrespressekonferenz 2021


12. September 2021

IBA Projektfamilie ›500 Kirchen – 500 Ideen‹ gewinnt Medaille für Baukultur

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) lobte Anfang des Jahres erstmals den Thüringer Staatspreis für Baukultur aus. Von insgesamt 75 Einreichungen im Wettbewerb hat eine Fachjury 17 Projekte für die engere Wahl nominiert. Mit dabei waren auch vier mit der IBA Thüringen verbundene Projekte: ›500 Kirchen – 500 Ideen‹, ›Ein Tor ins Schwarzatal – Bahnhof Rottenbach‹, ›Initiative Zukunftswerkstatt Schwarzatal‹ und das ›Timber Prototype House‹.

Der Staatspreis für Baukultur sowie Sonderpreise und Medaillen wurden am Freitag, den 10. September 2021 in einer festlichen Preisverleihung im Bücherkubus (Studienzentrum der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek) in Weimar feierlich durch Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff vergeben. Das IBA Projekt ›500 Kirchen – 500 Ideen‹ erhielt eine Medaille in der Kategorie ›Initiativen/Institutionen/Personen‹ und wurde stellvertretend für das ganze Projektteam von Ulrike Rothe (IBA Thüringen) und Marcus Schmidt (EKM) entgegengenommen. Ulrike Rothe, Projektleiterin der IBA Thüringen: »Wir freuen uns riesig für alle unsere EKM/IBA Modellkirchen im Rahmen des Gesamtvorhabens STADTLAND:Kirche Thüringen. Die Medaille für Baukultur gibt Kraft für die nächste Etappe bis zum Abschlussjahr der IBA Thüringen 2023.«

2016 riefen die Evangelische Kirchengemeinde in Mitteldeutschland (EKM) und die IBA Thüringen auf, Ideen für zukunftsfähige Nutzungen von evangelischen Kirchen in Thüringen einzureichen. Von den rund 2.000 Kirchen in Thüringen steht rund ein Viertel leer oder werden kaum genutzt. So kamen in dem offenen Ideenwettbewerb ›StadtLand:Kirche‹ 500 Ideen für 500 dieser Kirchen zusammen. 2017 wurden sie in der Erfurter Kaufmannskirche ausgestellt. Folgende Modellprojekte wählte eine Jury anschließend aus dem Aufruf zur Umsetzung im Rahmen der EKM und IBA aus: Die soziokulturelle Zentrumskirche in der Martinskirche Apolda wird gesellschaftlicher Treffpunkt, die Her(R)bergskirche in Neustadt am Rennsteig wird über eine digitale Plattform erfolgreich vermietet. Die St. Annen-Kapelle in Krobitz wurde 2017 mit einer gasbetriebenen Flammenorgel von Künstler Carsten Nicolai zur Kunstkapelle, 2.600 Besucherinnen und Besucher bestaunten das Projekt seitdem. Die Bienen-Garten-Kirche St. Peter und Paul in Roldisleben, ein meditativer Spielplatz in der Kirche St. Nicolai in Niedergebra und die Netzwerkkirche St. Johannis (digital und sozial) in Ellrich sind ebenfalls im Qualifizierungsprozess. 2023, im Finaljahr der IBA Thüringen, werden die Modellprojekte Teil der Abschlusspräsentation der IBA Ausstellung sein.


11. Oktober 2021

IBA Kandidat ›Gesundheitskioske Region Seltenrain‹ erhält Projektstatus

Der IBA Fachbeirat hat in seiner letzten Sitzung am 02. und 03. September empfohlen, den Gesundheitskiosken in der Region Seltenrain den Status eines IBA Projektes zu verleihen. Damit würdigt er die innovative Projektidee für die Verbesserung der Daseinsvorsorge auf dem Land.

Der Fachbeirat hat sich auf einer Rundfahrt in der Region Seltenrain über die Entwicklungen vor Ort informiert. Dabei lernte er die vielfältigen Projekte der Stiftung Landleben und des Vereins Landengel e.V. kennen und besichtigte die vier geplanten Standorte der Gesundheitskioske in Blankenburg, Bruchstedt, Kirchheilingen und Urleben.

Die ortsübergreifende Plattform Landengel e.V. baut mit zahlreichen Partnern ein Gesundheits-, Pflege- und Versorgungsnetzwerk in der Region Seltenrain auf. Ziel des Vereins ist es, im Zuge des demografischen Wandels nicht nur Gesundheitsdienstleistungen anzubieten, sondern soziale Isolation zu vermeiden und die Pflege, Altenhilfe und das Wohlfahrtswesen in ländlichen Regionen zu ermöglichen. Die Region Seltenrain wird damit zum Modellfall für die Vorsorge auf dem Land und zeigt, dass in Zeiten des demografischen Wandels gute Angebote für mehr Lebensqualität auch abseits der Stadt mit der Hilfe engagierter Akteure möglich sind.

Im Juni 2021 ist das Projekt in einer neuen Phase angekommen. Mit Mitteln zur Förderung von Einrichtungen für lokale Basisdienstleistungen des TMIL arbeitet der Verein Landengel e.V. an der architektonischen Umsetzung des neuen Versorgungsnetzwerks. Pasel-K-Architects entwickelten dafür das Konzept, das sich in vier Gemeinden räumlich und gestalterisch an den Bushaltestellen verortet. Die maximal 25 qm großen Kioske dienen als Beratungsraum inklusive Sanitäranlagen und Wartebereich für den Bus. Gestalterisch als ›Familie‹ gedacht, wird die Bauweise in Holz je Standort und Gemeinde individuell erfolgen, ein IBA Bauhüttenprozess geht der gemeinsamen Realisierung voraus. 

Der Fachbeirat würdigte das hohe kooperative Engagement von Stiftung Landleben und Verein Landengel e.V. im Sinne einer ganzheitlichen Versorgung der Bürger*innen in ihren Dörfern. Das nutzerorientierte, experimentelle Vorgehen folgt ganz den Grundsätzen der IBA zur Stärkung der ländlichen Räume.

2020: Übersicht der Pressemitteilungen

2020
Übersicht der Pressemitteilungen

11. Dezember 2020

Sondervermögen StadtLand Thüringen startet mit zwei Grundstücken im Schwarzatal

14. September 2020

IBA Fachbeirat empfiehlt IBA Projekt- und Kandidatenstatus

24. Juli 2020

Internationaler Architekturwettbewerb zum Um- und Neubau des Seesport- und Erlebnispädagogischen Zentrums (SEZ) Kloster entschieden

14. Mai 2020

Eintritt frei! Deine Saison im Eiermannbau Apolda

24. April 2020

IBA Thüringen engagiert sich weiter im ländlichen Raum und unterstützt Holzbaukultur 
Zwei IBA Holzbauprojekte bereits ausgezeichnet


Apolda, 11. Dezember 2020

Sondervermögen StadtLand Thüringen startet mit zwei Grundstücken im Schwarzatal

Sommerfrische Häuser in Döschnitz und Schwarzburg mit Unterstützung der Stiftung trias für langfristige Entwicklung gesichert

Das ›Sondervermögen StadtLand Thüringen‹ nimmt dauerhaft Grundstücke auf, um Leerstand neu zu beleben und alternative Betreiberstrukturen zu ermöglichen. Die Erträge aus dem Sondervermögen werden gemeinnützig eingesetzt und Spekulation mit Boden verhindert. Grundlage des Verfahrens ist das Erbbaurecht. Gegründet wurde das Sondervermögen im April 2020 von der Stiftung trias und der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen. Ausgangspunkt war die Sicherung baukultureller Schätze im Schwarzatal, das Sondervermögen ist jedoch auf Dauer und thüringenweit angelegt.

Am 4. Dezember 2020 hat die Stiftung trias zwei Grundstücke im Schwarzatal erworben, auf denen das Haus Döschnitz und das Haus Bräutigam in Schwarzburg stehen, beides Projekte der IBA Thüringen mit zukunftsorientierten Betreiberstrukturen: Zwei Vereine aus Weimar und Berlin aktivieren diese historischen Sommerfrische Häuser als Orte der Begegnung, Arbeit und Erholung. Diese Nutzerkonstellation steht Modell für neue Verflechtungen zwischen Stadt und Land in Thüringen und einen Mehrwert in der Region. Die Stiftung trias und die Vereine schließen nun jeweils Erbbaurechtsverträge ab.

Rolf Novy-Huy, Geschäftsführer der Stiftung trias: »Wenn bürgerschaftliches Engagement gepaart mit Fachwissen sich eines alten Gebäudes annehmen, können ganz neue, spannende Projekte entstehen. Über das Erbbaurecht und den Fonds sichern die Projekte im Schwarztal nicht nur ihre Ziele ab, sondern engagieren sich darüber hinaus.«

Für die Nutzung der Grundstücke erhebt die Stiftung einen Erbbauzins, den sie für ihre gemeinnützigen Zwecke, für die Finanzierung neuer Projekte sowie die Verwaltung einsetzt. Das Angebot, Grundstücke in das Sondervermögen StadtLand Thüringen als ewiges, gemeinnütziges Stiftungseigentum zu überführen, richtet sich auch an andere Eigentümer leerstehender oder wenig genutzter Liegenschaften sowie an Projektinitiativen und Gruppen in Thüringen, die Boden als Gemeingut ansehen und eine dauerhafte, gemeinwohlorientierte Entwicklung zu langfristig planbaren Konditionen anstreben. Damit werden sie Teil eines solidarischen Netzwerkes von Hausprojekten, Quartiers- und Dorfinitiativen.

Till Hoffmann vom Verein Haus Bräutigam: »Wir haben uns bewusst für das Erbbaurecht und gegen das Eigentum entschieden, denn dadurch wird eine gemeinwohlorientierte Nutzung dauerhaft sichergestellt. Wir freuen uns, dass mit unserem Erbbauzins zukünftig neue Projekte in der Region unterstützt werden können.«

Es hätte nicht viel gefehlt und das Haus Bräutigam wäre nicht mehr zu retten gewesen. Anstatt als Spekulationsobjekt langsam zu verfallen, erhält es nun eine zweite Chance als Ort für temporäres Wohnen und Arbeiten.

Hannes Langguth vom Verein Haus Döschnitz: »Das Erbbaurecht ermöglicht allen Beteiligten eine auf Langfristigkeit und Gemeinwohl ausgerichtete Entwicklung auf Augenhöhe. Darüber hinaus birgt es die große Chance, dass Thüringer Kommunen mittelfristig das Erbbaurecht als wirksames Instrument einer nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer öffentlichen Vermögen wiederentdecken.«

Wohnhaus einer Brauereifamilie, Zuflucht für Heimatvertriebene, Bürgermeisterbüro, Jagdstube und Heimatmuseum - das im 18. Jahrhundert erbaute Haus Döschnitz hat eine vielfältige Nutzungsgeschichte. Der Verein Haus Döschnitz entwickelt das Gebäude gemeinsam mit lokalen Akteuren zu einem über die Region hinaus ausstrahlenden Ort für Bildung und Forschung, Kultur und Geschichte, sowie Wohnen und Arbeiten zwischen Stadt und Land.

Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen: »Grund und Boden sind nicht vermehrbar. Wir müssen damit sorgfältig umgehen. In Zusammenarbeit mit der Stiftung trias ist nun eine Struktur entstanden, den Boden konsequent gemeinwohlorientiert zu verwenden und kein ›Geschäft‹ daraus zu machen. Das hat sich in vielen Großstädten bewährt, wo sich zivilgesellschaftliche Initiativen auf einem erhitzten Immobilienmarkt gar nicht anders behaupten könnten. Auf demografisches Wachstum und herkömmliche Investoren kann der ländliche Raum Thüringens hingegen selten zählen. Daher müssen wir neue Wege für Eigentums-, Betreiber- und Entwicklungsstrukturen finden, um es Initiativen zu ermöglichen, ihre Vorhaben umzusetzen und das StadtLand nachhaltig zu entwickeln.«

Hintergrund

Die Stiftung trias wurde 2002 gegründet um Menschen und Projekte zu unterstützen und zu fördern, die Antworten auf die gesellschaftlichen Fragestellungen der Bodenspekulation, der ökologischen Verhaltensweisen und des sozialen Zusammenwohnens und -lebens suchen. Sie ist eine thematische Bürgerstiftung, die ihr Vermögen aus einer breiten Schicht von Bürgern bezieht.

Die IBA Thüringen arbeitet seit 2014 intensiv mit zahlreichen Projektträgern an Alternativen zur Sicherung und Entwicklung leerstehender Bauten. Ein räumlicher Fokus liegt dabei auf dem Schwarzatal, das mit viel Leerstand zu kämpfen hat. Gemeinsam mit der Zukunftswerkstatt Schwarzatal arbeitet die IBA hier an der nachhaltigen Aktivierung dieser Region sowohl auf baukultureller wie auch gesellschaftlicher Ebene. Mit dem jährlichen Tag der Sommerfrische, dem fertigen IBA Projekt Bahnhof Rottenbach, dem Schloss Schwarzburg und den beiden Sommerfrische Häusern Haus Bräutigam und Haus Döschnitz hat die Region vermehrt Aufmerksamkeit erhalten. Nun gilt es, die steigende Nachfrage zu verstetigen und mit alternativen Betreiberstrukturen neue Entwicklungen im wirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Bereich zu ermöglichen, und dabei den Gemeinnutz dauerhaft zu sichern.


Apolda, 14. September 2020

IBA Fachbeirat empfiehlt IBA Projekt- und Kandidatenstatus

IBA Kandidat wird, wer gute Ideen und Konzepte für das StadtLand vorweisen kann. In einem anschließenden Qualifizierungsprozess mit Workshops, Studien, Wettbewerben und ersten Planungen reifen diese Ideen zu Projekten, an die ein hoher Maßstab angelegt wird. IBA Projekte sollen für die Entwicklung Thüringens und darüber hinaus Referenz und Vorbild sein.

IBA Projekt Seesport- und erlebnispädagogisches Zentrum Kloster

Direkt am Ufer der Bleilochtalsperre und zugleich am Thüringer Wald baut der Landessportbund das ehemalige Seesport- und erlebnispädagogische Zentrum Kloster vollständig um. Ziel ist eine landschafts- und funktionsgerechte Architektur in ressourcenschonender Bauweise mit Holz aus der Region. Mit einem größtmöglichen Gestaltungspielraum forderte ein EU-weiter Planungswettbewerb kreative und innovative Lösungen sowie neue, einfache Baustandards explizit heraus. Aus einem Teilnehmerfeld von 19 Planungsteams errangen Ludloff und Ludloff Architekten und Schönherr Landschaftsarchitekten den 1. Preis. Der Landessportbund geht nun unmittelbar an die Umsetzung des neuen IBA Projekts.

IBA Projekt Gera, Häselburg

Im Zentrum der Stadt Gera gelegen, strahlt das Kulturhaus Häselburg mit seinem engagierten Kunstprogramm und Bildungsangebot weit in Stadt und Region aus. Private Bauherren haben das lange leer stehende, gründerzeitliche Gebäudeensemble seit 2016 behutsam instand gesetzt. Inzwischen sind zwei Gebäudeteile der ehemaligen Mädchenschule mit Galerie, Kunstschule, Medienbildungszentrum, Ateliers, Veranstaltungs- und Mieträumen wieder genutzt. Zur städtebaulichen Verankerung und funktionalen Ergänzung sind ein Kulturcafé und ein Gästehaus im dritten Gebäudeteil sowie ein Erweiterungsbau am Stadtgraben geplant. Ein Sockelgeschossneubau wird das bisher offene Blockfragment arrondieren. Hierauf soll eine zeitgenössische Raumskulptur entstehen, die den kreativen Dialog mit dem Altbau und der Stadt aufnimmt.

IBA Projekt Saalfeld, Beulwitzer Straße

Auf dem alten Kasernengelände zum Stadtrand von Saalfeld/Saale ist einer der vielfältigsten und jüngsten Wohnquartiere im Landkreis entstanden. Dazu beigetragen haben die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete und die günstigen Mieten in den bestehenden Wohnblocks. Heute gilt es, allen Bewohnern die Ankunft, Integration und Sprungbrettfunktion zu ermöglichen. Um die dafür dringend benötigten Begegnungs-, Entfaltungs- und Arbeitsräume zu schaffen, wird die Stadt Saalfeld mit den Bewohnern in Selbstbauweise ein Werkhaus errichten. Seit 2015 entwickeln das Bildungszentrum Saalfeld und die Stadt Saalfeld diese Idee konsequent weiter. In Anwohnerworkshops, anhand experimenteller Raummodule und mit vielfältigen gemeinsamen Aktivitäten entstanden das Quartierskonzept und ein konkretes Raumprogramm. Nun, da das Grundstück und die Fördermittel gesichert sind, können Werkplanung und Bau beginnen. Das Werkhaus vereint mehrere innovative Zugänge: bei der Planung mit den Anwohnern, beim flexiblen Raumprogramm und der modularen Bauweise bis hin zum Einsatz von Fördermitteln auch für die Selbstbauphasen und ihre fachliche Begleitung.

IBA Projekt Her(r)bergskirchen Thüringer Wald

Ausgehend vom erfolgreichen IBA Pilot-Projekt in der Michaeliskirche in Neustadt am Rennsteig wollen weitere Kirchen ihre Gebäude als Unterkünfte für Wanderer öffnen. Als nächste Standorte entlang des Rennsteigs sind Tambach-Dietharz, Spechtsbrunn, Steinheid und Gehlberg im Gespräch bzw. in der konkreten Planung. Die historischen Kirchenschiffe werden durch Mikroarchitekturen ergänzt, diese bilden Räume für einfache Schlafgelegenheiten ebenso wie für Begegnung und Gespräche. Mit ortsspezifischen Lösungen gelingt es, die Kirchen als öffentliche Gemeinschaftsorte für die Dörfer und Besucher wieder stärker nutzbar und erlebbar zu machen. Um jedes Projekt ist ein vielfältiges lokales Netzwerk unterschiedlicher Akteure entstanden. Die Dachmarke Her(r)bergskirchen verbindet die Standorte und sorgt für die Weiterentwicklung der Ideen sowie die Vermarktung ihres touristischen Potenzials. Die Idee ging aus dem Ideenwettbewerb ›STADTLAND:Kirche. Querdenker für Thüringen 2017‹ hervor, ausgelobt von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gemeinsam mit der IBA Thüringen. Initiiert und weiterentwickelt wurde das Projekt durch ehrenamtliches Engagement der Kirchengemeinde Neustadt am Rennsteig mit Unterstützung junger Architekten aus Berlin und Leipzig.

IBA Kandidat LeerGut-Agenten

Die LeerGut-Agenten, das Thüringer Netzwerk zur Belebung von Leerstand, sind 2018 als Initiative der IBA Thüringen gestartet. Thüringen braucht eine Umbaukultur: weg von weiterer Flächeninanspruchnahme, hin zur Nach- und Umnutzung im Bestand. Vielen Interessierten fehlt aber das Fachwissen in organisatorischer, baulicher und finanzieller Hinsicht zur Aktivierung von LeerGut. Damit innovative und gemeinwohlorientierte Projekte nicht scheitern, soll durch die LeerGut-Agenten gute Beratung und Vernetzung bereitgestellt werden. Sie leisten Hilfe zur Selbsthilfe um aus Ideen machbare Konzepte zu entwickeln, die zugleich einen Mehrwert für den Ort und die Region schaffen. Die LeerGut-Agenten sind als Netzwerk von Thüringer Aktiven gestartet. Ihre Besonderheit ist die Breite der beruflichen Hintergründe, Erfahrungen und Fachkompetenzen der Mitglieder. Damit schaffen die LeerGut-Agenten sowohl den Austausch vor Ort in den Thüringer Regionen als auch in die Fachwelt und Politik. In einer Pilotphase als IBA Kandidat werden sie beim Plattform e.V. eine Koordinationsstelle einrichten, um ihre Netzwerkarbeit zu verstetigen sowie Beratungen und Fortbildungen zu vermitteln.


Apolda, 24. Juli 2020

Internationaler Architekturwettbewerb zum Um- und Neubau des Seesport- und Erlebnispädagogischen Zentrums (SEZ) Kloster entschieden

Ministerpräsident Bodo Ramelow kürt das Team des 1. Preisträgers Ludloff Ludloff Architekten & Schönherr Landschaftsarchitekten Berlin, die mit Entwurf einer filigranen Holzarchitektur für das SEZ überzeugen

Der Landessportbund Thüringen e.V. lobte im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen im März 2020 einen hochbaulichen und freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb für Architekten zusammen mit Landschaftsarchitekten aus. Gesucht wurden Entwürfe und ein geeignetes Planungsteam für den Um- und Neubau des Seesport- und Erlebnispädagogischen Zentrums (SEZ) in Kloster bei Saalburg-Ebersdorf. Dort finden unter Federführung der Thüringer Sportjugend seit vielen Jahren zahlreiche erfolgreiche Erholungs- und Bildungsveranstaltungen für Vereinsgruppen und Schulklassen statt.

Alle 19 Wettbewerbseingänge setzten sich auf hohem Niveau mit der Aufgabe auseinander. Die wichtigste Zielsetzung des Landessportbunds und der IBA Thüringen war nachhaltiges Planen und Bauen. Mit dem Baustoff Holz sollten neue Bauformen, Bauweisen und Baustandards an der Bleilochtalsperre zeigen, was ›Baukultur made in Thüringen‹ ausmachen kann. Das pädagogische Profil und nicht zuletzt die einzigartige Landschaft des Thüringer Meers boten zusätzlich einen anspruchsvollen Wettbewerbsrahmen.

Nachdem die Jury am 16. Juli 2020 unter Vorsitz von Hermann Kaufmann, Professor für Entwerfen und Holzbau an der TU München, die Wettbewerbseingänge auswertete, wurden die Sieger am 24. Juli 2020 im Eiermannbau Apolda feierlich von Ministerpräsident Bodo Ramelow gekürt: »Dieser Architekturwettbewerb ist ein wichtiger Impuls für die großartigen Entwicklungen am Thüringer Meer. Hier kommen zwei Schwerpunktthemen des Landes zusammen: erstens eine vorbildliche Jugend- und Bildungsarbeit und zweitens das fortschrittliche regionale Bauen mit Holz. Der erste Preis löst unsere Erwartungen dazu voll und ganz ein. Ich wünsche dem Projekt des Landessportbundes, dass es ein weiteres Aushängeschild für Thüringen wird.«

Der Entwurf des 1. Preisträgers versteht das ehemalige Bootshaus des SEZ Kloster als Herz der geplanten neuen Anlage. Der Vorschlag von den beiden Planungsbüros Ludloff Ludloff Architekten und Schönherr Landschaftsarchitekten sieht einen Umbau in filigraner Holzbauweise vor. Zwei neue, lange Flügelbauten mit einem asymmetrisch gefalteten Dach ergänzen das Bootshaus und bieten moderne Übernachtungsmöglichkeiten.

Thomas Zirkel, Hauptgeschäftsführer des Landessportbunds Thüringen: »Dieser Entwurf drückt unseren Anspruch, zeitgemäße Jugendbildung und Sportpädagogik auch räumlich zu verankern und durch die spezifischen Eigenheiten des SEZ Kloster im Naturraum am Thüringer Meer zu verstärken, ideal aus. Dank der großen Unterstützung des Landes wird eine Investition in die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geleistet.«

Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen: »Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Holz ist der Baustoff der Zukunft und in Thüringen haben wir viel davon. Solche Wettbewerbe zeigen, wie viel architektonisches Potenzial der Rohstoff hat. Das IBA Projekt am Thüringer Meer kann ein Leuchtturm für eine stabile Wertschöpfungskette Wald-Holz-Bau werden.«

Die Jury hat empfohlen, den Entwurf des 1. Preisträgers zu realisieren. Dahingehend werden jetzt Gespräche aufgenommen, sodass zügig die weitere Planung und Realisierung erfolgen kann.

Mehr Informationen auf der Projektseite


Apolda, 14. Mai 2020

Eintritt frei! Deine Saison im Eiermannbau Apolda

Initiativen und Startups, Handwerker*innen und Kreative, Veranstalter*innen und Kulturschaffende, wir laden Euch in den Eiermannbau Apolda ein! Kommt von Juli bis Oktober 2020 nach Apolda und werdet Pioniernutzer*innen dieses außergewöhnlichen Ortes!

Die IBA Thüringen entwickelt den viele Jahre leer stehenden Eiermannbau in Apolda zu einer Open Factory - einem kreativen und produktiven Ort für viele und vieles. Eine ganzjährige Nutzung des Gebäudes ist derzeit noch nicht möglich, aktuell laufen die Planungen für den technischen Ausbau der Industriehallen. Uns ist es mit Blick auf die aktuellen Einschränkungen und Auswirkungen auf Kulturschaffende durch das Coronavirus ein Anliegen, diese Zwischenphase sinnvoll zu nutzen und vergeben deshalb die großzügigen Räume kostenfrei an gute Mitnutzer*innen und ihre Ideen. Die Open Factory hat also für die Sommersaison 2020 ›freien Eintritt‹!

Mehr Informationen zur Open Factory gibt es auch auf der neuen Website open-factory.de

Direkt zum Aufruf geht es hier


Apolda, 24. April 2020

IBA Thüringen engagiert sich weiter im ländlichen Raum und unterstützt Holzbaukultur 
Zwei IBA Holzbauprojekte bereits ausgezeichnet

Nach einem erfolgreichen Zwischenpräsentationsjahr 2019 mit rund 10.000 Besuchern in der Ausstellung ›StadtLand‹ nimmt die IBA Thüringen bereits heute ihr Finale 2023 in den Blick. Im Fokus der IBA stehen ihre rund 30 Vorhaben in ganz Thüringen – innovative und identitätsbildende Projekte für den ländlichen Raum. Mit ihrem Thema ›StadtLand‹ verdeutlicht die IBA Potenziale und Talente der Provinz. Dieses Thema beherrscht seit geraumer Zeit die gesellschaftliche Debatte; nicht zuletzt die Corona-Krise macht deutlich, dass die Digitalisierung Chancen bietet, dezentrale Strukturen und regionale Wertstoffkreisläufe und Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum zu stärken.

Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen: »Dies ist auch für die IBA ein ungewöhnlicher Frühlingsstart. Statt der jährlichen Pressekonferenz melden wir uns vorerst aus der Distanz, müssen Veranstaltungen absagen und halten gemeinsam mit den Akteuren vor Ort die Projektarbeit am Laufen. Gleichzeitig schärfen die Herausforderungen unseren Blick auf die Bedeutung des ländlichen Raums und auch die Bedeutung unserer Arbeit.«

Zum Spektrum der IBA Vorhaben gesellt sich eine neue Initiative, die den Projektprozess der Bauausstellung bis zum Finale abrundet und ihre Ziele schärft: HolzBauKultur. »Holzbaukultur ist wie ein strategischer Schlussstein für unsere Arbeit«, so Doehler-Behzadi. Thüringen ist ein waldreiches Bundesland und hat daher viel vom klimafreundlichen Rohstoff Holz zu bieten. Auch bei den weiteren Verarbeitungsstufen will Thüringen zum Vorreiter werden. Es gibt zahlreiche Aktivisten, die sich im Sinne einer Stärkung der regionalen Wirtschaft in vielen Bereichen für die verstärkte Nutzung des klima- und ressourcenschonenden Holzes engagieren. Die von der IBA Thüringen, dem Landesbeirat Wald und Holz Thüringen e.V., der Fachhochschule Erfurt sowie Partnern wie ThüringenForst AöR, dem Thüringer Waldbesitzerverband, Vertretern aus Wirtschaft und Politik sowie Bauherrenschaften und Architekten verfolgte Entwicklung einer stabilen Wertschöpfungskette Wald-Holz-Bau wird für Thüringen identitätsstiftend wirken. Die IBA Thüringen will diese Kooperation weiter stärken und bis 2023 ein Gelegenheitsfenster für den innovativen Holzbau öffnen, der zu einem international beachteten Markenzeichen des Freistaats werden soll.

Die Initiative wird vom Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow ausdrücklich unterstützt: »Jegliche Maßnahme, die die Verwendung des Werkstoffes Holz befördert und die Wertschöpfung im waldreichen Thüringen erhöht, begrüße ich. Es freut mich, dass sich die IBA dieses Themas mit der Initiative ›HolzBauKultur‹ angenommen hat. Damit ist ein weiterer bedeutsamer Akteur hinzugekommen. Gemeinsam wollen wir die vielfachen Pluspunkte von Holz als Baumaterial in das Bewusstsein der Menschen bringen.«

Auch der Aufsichtsratsvorsitzende der IBA GmbH, Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, begrüßt die Zusammenarbeit: »Als sowohl für das Bauwesen, die Baukultur und für das Forstwesen zuständiger Minister freue ich mich besonders über diese zukunftsweisende Kooperation. Holz hat als Baumaterial viele Vorteile und großes Potenzial. Es ist ein nachwachsender Rohstoff, ein klimafreundlicher sowie ästhetischer Baustoff und stärkt regionale Wertschöpfungsketten in Thüringen. Die Landesregierung setzt sich deshalb dafür ein, dass Bauen mit Holz erleichtert wird. Unser Freistaat ist international bekannt für seine Bau- und Waldkultur. Dass die IBA Thüringen beides architektonisch miteinander vereint, betrachte ich als ein Konzept mit Zukunft.«

Zwei fertige IBA Projekte zeugen bereits von den Vorteilen und der gestalterischen Ausdruckskraft von Holzarchitektur – der Sch(l)afstall in Bedheim und das Timber Prototype House auf dem Gelände des Eiermannbaus in Apolda. Beide Bauten haben großes Interesse von der nationalen und internationalen Fachöffentlichkeit erfahren: Der Sch(l)afstall schaffte es auf die Shortlist der Jury des prestigeträchtigen Architekturpreises des Deutschen Architekturmuseums und das Timber Prototype House erhielt den Jurypreis des internationalen Green Concept Awards.

Bei zahlreichen IBA Vorhaben wird geprüft, inwieweit Holz als regional verfügbarer Roh- und Baustoff eingebracht werden kann: Die Gesundheitskioske in der Region Seltenrain sollen Holzexperimente im Kleinformat werden. Der Landessportbund Thüringen plant gemeinsam mit der IBA Thüringen einen Neubau in Holzbauweise für das Seesport- und erlebnispädagogische Zentrum (SEZ) in Kloster in Saalburg-Ebersdorf am Thüringer Meer. Dort finden unter Federführung der Thüringer Sportjugend zahlreiche Erholungs- und Bildungsveranstaltungen im Rahmen der freien Jugendhilfe statt.

Auch das neue IBA Magazin widmet sich dem Thema Holzbaukultur. Es wird auf der Website iba-thueringen.de zum Download angeboten und kann in der IBA Geschäftsstelle bestellt werden.

2019: Übersicht der Pressemitteilungen

2019
Übersicht der Pressemitteilungen

4. Dezember 2019
IBA Projektfamilie weiter gewachsen

1. Oktober 2019
IBA Zwischenpräsentation ›StadtLand‹ zu Ende gegangen

23. Juli 2019
IBA Ausstellung ›StadtLand‹ zählt zur Halbzeit 4.000 Besucher 

5. Juli 2019
IBA Projekt Bahnhof Rottenbach feierlich eröffnet
Genossenschaft übernimmt ab jetzt Nahversorgung mit BahnHofladen

23. Mai 2019
IBA Ausstellung ›StadtLand‹ feierlich von Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow vor 400 Gästen eröffnet

22. Mai 2019
IBA Thüringen präsentiert vom 24. Mai bis 29. September 2019 den Zwischenstand ihrer Projektarbeit in der Ausstellung ›StadtLand‹ im Eiermannbau Apolda

27. März 2019
Blockbau digital - das IBA Projekt 'Timber Prototype House' ist fertig!

19. März 2019
Zwei neue IBA Kandidaten und zwei neue IBA Projekte
 


Apolda, 4. Dezember 2019

IBA Projektfamilie weiter gewachsen

Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft
übergibt Stadt Weimar Entwurf für Schule
der Zukunft

Startschuss für den Neubau der Staatlichen Gemeinschaftsschule Weimar als Schule der Zukunft: Die im September abgeschlossene Entwurfsplanung wurde am 2. Dezember 2019 der Schulgemeinschaft im Jugend- und Kulturzentrum mon ami in Weimar vorgestellt und von der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft offiziell an die Stadt Weimar übergeben. Die Gemeinschaftsschule ist ein erstes Pilotprojekt für den Planungsbaukasten Schulbau Open Source, den die Stiftung in den nächsten Jahren als Qualitätsrahmen und Planungswerkzeug für guten Schulbau entwickeln wird. Darüber hinaus ist die Schule auch ein Projekt der IBA Thüringen.

Mehr Informationen zum Projekt auf
der IBA Website

 IBA Projekt ›Blankenhain, Gesundheitskirche‹
Breites Netzwerk entwickelt Vivendium

Ein breites Netzwerk von lokalen Akteuren entwickelt die Kirche St. Severi in Blankenhain zu einer Gesundheitskirche namens Vivendium. Spiritualität und Therapien sollen hier gemeinsam Raum finden. Ein Licht- und Möblierungskonzept wird die Entwicklung unterstützen. Der IBA Fachbeirat lobt den behutsamen Umgang mit der historischen Bausubstanz der Kirche, die gesellschaftlich relevante Nutzungsidee und den deutlichen Bezug zur Stadt Blankenhain und dem Klinikum. 

Mehrere Kirchen-Modellprojekte bearbeitet die IBA Thüringen im Ergebnis des Projektaufrufs ›Querdenker 2017‹ gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), darunter das IBA Projekt Her(r)bergskirche in Neustadt am Rennsteig, die Bienengartenkirche in Roldisleben, die Netzwerkkirche in Ellrich und das IBA Projekt Kunstkapelle Krobitz.

Website zum Konzept Vivendium 

IBA Projekt ›Schwarzatal, Haus Bräutigam‹
Neues IBA Projekt erhält Förderung

Der Verein ›Haus Bräutigam‹ will das derzeit leerstehende, ehemalige Sommerfrische Haus in Schwarzburg zu einem Ort für temporäres Wohnen und Arbeiten entwickeln, nachdem die Zukunftswerkstatt Schwarzatal e.V. das Objekt in der Ortsmitte vor dem Abriss bewahrt hatte. Die gemeinschaftlich organisierte und ressourcenschonende Transformation soll zu einem zukunftsfähigen Modell für Umbau- und Umnutzungsprojekte mit Ausstrahlung in den Ort, die Region und darüber hinaus werden. Der IBA Fachbeirat lobt die Selbsthilfekräfte der Akteure, welche das Schwarzatal und die regionale Baukultur stärken, der Verein ›Haus Bräutigam‹ stünde für fruchtbare und neue Stadt-Land-Verbindungen. Der Verein hat neben dem Projektstatus auch erfolgreich Fördermittel von der Förderinitiative ›Ländliche Entwicklung in Thüringen‹ mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) eingeworben und mit dem Rückbau von Anbauten an der vorgehängten Fassade begonnen. Dadurch konnte das historische Fachwerk wieder freigelegt werden. Das IBA Projekt gehört zum Gesamtgefüge Sommerfrische mit anderen Standorten und Aktivitäten im Schwarzatal.

Aktuelle Eindrücke auf dem neuen Instagram Profil des Vereins

IBA Kandidat ›Saalburg-Ebersdorf, Sportpädagogik Kloster‹
Mehr Architektourismus am Thüringer Meer

Der Landessportbund Thüringen plant einen Neubau für das seesport- und erlebnispädagogische Zentrum am Thüringer Meer. Dort finden unter Federführung der Thüringer Sportjugend zahlreiche Erholungs- und Bildungsveranstaltungen für Vereinsgruppen und Schulklassen statt. Die Durchführung eines Architekturwettbewerbs ist geplant, um bei der Umsetzung des Projektes möglichst gute bauliche und architektonische Ideen für die pädagogische Arbeit zu erhalten. Der IBA Fachbeirat sieht hier die Chance, mit dem regionalen Baustoff Holz neue Bauformen, Bauweisen und Baustandards in einer ausdrucksstarken Landschaft zu initiieren. Das Vorhaben bereichert die Aktivitäten zum Architektourismus am Thüringer Meer. 

Mehr Informationen zum Projekt auf der IBA Website

IBA Gremium
Neue Fachbeiratsmitglieder berufen

Der Fachbeirat hat aus seiner Mitte Michael von der Mühlen, Staatssekretär a.D. im Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, als seinen neuen Vorsitzenden gewählt. Damit löst er Uli Hellweg ab, der die IBA Programmatik seit 2016 maßgeblich mit formte. Zu den neuen Mitgliedern zählen außerdem Prof. Kerstin Schultz von der Hochschule Darmstadt sowie Dr. Barbara Janorschke vom Institut für angewandte Bauforschung Weimar.

Alle Ausstellungsfilme der IBA Zwischenpräsentation online

Wer die IBA Ausstellung ›StadtLand‹ im Eiermannbau verpasst hat oder die Inhalte nochmal rekapitulieren möchte: Auf dem YouTube Kanal der IBA Thüringen sind der StadtLandFilm mit Übersetzung und zahlreiche Akteurs-Interviews zu sehen. 

Hier geht's zum StadtLandFilm

Fachtagung Klima-Gestaltungsplan
in Nordhausen

Am 12. Februar 2020 veranstaltet die Hochschule Nordhausen im Rahmen des Forschungsprojekts ›Klima-Gestaltungsplan für die Stadt und den Landkreis Nordhausen‹ eine Fachtagung über die Entwicklung eines raumgestalterischen Leitbilds zur Anpassung an den Klimawandel. Die Ergebnisse der Tagung werden in das Forschungsprojekt einfließen.

Mehr Informationen und kostenlose Anmeldung


Apolda, 1. Oktober 2019

IBA Zwischenpräsentation ›StadtLand‹ zu Ende gegangen
9.600 Ausstellungsbesucher

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen hat vom 23. Mai bis zum 29. September 2019 ihre rund 30 im Freistaat verteilten StadtLand-Vorhaben über das Umbauen, Neubauen und Selbermachen in der Provinz in einer zentralen Ausstellung im Eiermannbau Apolda präsentiert. 2011 durch das damalige Kabinett beschlossen und 2012 als Gesellschaft gegründet folgte 2014 der erste IBA Projektaufruf ›Zukunft StadtLand!‹. Mittlerweile betreut die IBA Thüringen rund 30 Vorhaben, davon sind sechs fertiggestellt: Die Kunstkapelle in Krobitz, die Probewohnung im Sommerfrische Haus Döschnitz, der Sch(l)afstall in Bedheim, das Timber Prototype House, die Her(r)bergskirche in Neustadt am Rennsteig und der genossenschaftliche BahnHofladen in Rottenbach. 2023 ist das Finale der IBA Thüringen, auf das die IBA Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach diesem positiven Meilenstein nun mit aller Kraft hinarbeiten.

Die Ausstellung ›StadtLand‹ war eine zentrale Schau des experimentellen IBA Prozesses, der an vielen Standorten in ganz Thüringen stattfindet. Die kuratorische Leitung hatten die IBA Geschäftsführerin Dr. Marta Doehler-Behzadi und die Architektin und Programmleiterin der IBA Thüringen, Katja Fischer. Das europäische Gestalternetzwerk Constructlab unter der Leitung von Alexander Römer war Partner für die Szenografie. Die Ausstellung zeigte innovative Ideen, interessante Projektmacher, besondere Orte und eine Baukultur made in Thüringen.

Bei 120 Führungen wurden über 2.600 Besucher durch den Eiermannbau und die Ausstellung geführt; seit Beginn dieses Jahres waren über 10.000 Besucher in der Ikone der Moderne. Die Zwischenpräsentation war ein wichtiges Aktivierungsmoment für die Entwicklung der Open Factory im Eiermannbau. Auch die Büro-Gewächshäuser der IBA Thüringen und damit ein Modell zur Belebung von LeerGut waren Teil der Ausstellung. Hier kamen die Besucher mit dem IBA Team ins Gespräch. Mittlerweile interessieren sich andere Nutzer für ein Studio, ein Büro-Gewächshaus oder Werkstattflächen in der Open Factory.

Dass der Eiermannbau für eine Fülle an Veranstaltungen geeignet ist, davon zeugte in diesem Ausstellungssommer auch das Kunstprojekt ›Hotel Egon‹. An 40 Tagen haben über 300 Gäste im Denkmal übernachtet. Sie schliefen in ungewöhnlichen Hotelzimmern und –betten und beteiligten sich an intensiven StadtLand-Programmen in Apolda.

Neben den vielen Thüringern besuchten auch internationale Gäste aus Frankreich, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, Spanien und Polen den Eiermannbau. Als Tagungsort nutzten unter anderem das Thüringer Kabinett, der Bund Deutscher Architekten und die Deutsche Akademie für Städtebau und Landesplanung den Eiermannbau. Und auch Apoldaer Nachbarn wie das Berggymnasium, eurocylinder systems und das Lebenshilfe-Werk durfte die IBA begrüßen. Am 3. Oktober wird die Stadt ihre feierliche Stadtratssitzung im Veranstaltungssaal begehen.

Dr. Marta Doehler-Behzadi, seit 2014 Geschäftsführerin der IBA Thüringen, freut sich über das große Interesse: »Der Eiermannbau hat sich dank des Erfolgs dieser Ausstellung und der begleitenden Veranstaltungen zu einem wichtigen Standort für die Kreativszene im Weimarer Land entwickelt und sich bundesweit beim Fachpublikum einen Namen gemacht. Das wäre ohne unsere IBA Projektmacher und Partner nicht möglich gewesen! Ich möchte mich für ihr Engagement im StadtLand Thüringen, ihre Teilhabe an der Ausstellung und ihr Vertrauen bedanken. Nun arbeiten wir mit voller Kraft an der Umsetzung der IBA Vorhaben.«


Apolda, 23. Juli 2019

IBA Ausstellung ›StadtLand‹ zählt zur Halbzeit 4.000 Besucher

Die Ausstellung ›StadtLand‹ im Eiermannbau Apolda zeigt im Jahr der Zwischenpräsentation der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen sehr anschaulich und dennoch detailliert bis zum 29. September rund 30 Projekte über das Umbauen, Neubauen und Selbermachen in der Provinz. Eröffnet am 23. Mai 2019 kamen bis jetzt rund 4.000 Besucher in den Eiermannbau.
Bis zum Herbst werden weiterhin jeden Samstag um 14 Uhr kostenlose Führungen durch die IBA Ausstellung angeboten. Am 22. August findet um 18 Uhr die Veranstaltung ›Eiermann und Freunde‹ statt und informiert über die Entwicklung des Eiermannbaus zur Open Factory. Zum Tag des offenen Denkmals am 8. September werden 11 und 14 Uhr Führungen angeboten.

Die Ausstellung präsentiert neben anschaulichen Projektbeschreibungen und Akteurs-Interviews auch einen 15-minütigen StadtLand-Film, der sich an das Thema der IBA annähert. Die kostenlose Ausstellung ›StadtLand‹ ist täglich außer mittwochs geöffnet, unter der Woche von 9 bis 17 Uhr, am Wochenende von 11 bis 17 Uhr.


Königsee-Rottenbach, 5. Juli 2019

IBA Projekt Bahnhof Rottenbach feierlich eröffnet 
​Genossenschaft übernimmt ab jetzt Nahversorgung mit BahnHofladen

Bahnhof Rottenbach ist durch seine Lage ein wichtiger Verteiler in die Region. Heute wurde das Projekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen feierlich vor 300 Gästen als ein neues ›Tor ins Schwarzatal‹ eröffnet. Im sanierten Gebäude versorgt ab jetzt ein BahnHofladen einer dafür eigens gegründeten Genossenschaft Touristen und Einwohner, wo sonst Einkaufsmöglichkeiten fehlen. Birgit Keller, Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft: »Das Projekt ist in mehrerer Hinsicht besonders: Es trägt mit dem BahnHofladen und dem Bürgerbüro als multifunktionales Ortszentrum zu einer zukunftsorientierten Entwicklung der Region im Schwarzatal bei. Und es zeugt von einem sehr hohen bürgerschaftlichen Engagement der Menschen vor Ort. Hier wurde die Genossenschaft ›BahnHofladen e.G.‹ gegründet, deren Mitglieder aktiv an der Gestaltung und Entwicklung des Projekts mitgewirkt haben und damit einen wirkungsvollen Beitrag für die Entwicklung der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum leisten.«

Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen: »Wenn die Menschen in Königsee-Rottenbach ihren BahnHofladen annehmen, dann nehmen sie letztlich auch die Entwicklung ihrer Region und des Tourismus selbst in die Hand. Das StadtLand Thüringen zeigt Eigeninitiative.«

Bahnhof Rottenbach gehörte 2014 im Rahmen der Initiative der Zukunftswerkstatt Schwarzatal zu den ersten nominierten IBA Vorhaben. Die Genossenschaft BahnHofladen Rottenbach e.G. gründete sich 2015: »Wir wollten nicht weiter über den Verfall im Zentrum unserer Stadt jammern, sondern mit verlässlichen Partnern die Sanierung des Bahnhofs angehen und einfach selbst machen!«, so der Genossenschafts-Vorsitzende Peter Möller.

Vor zwei Jahren begann die denkmalgerechte Sanierung des Bahnhofsgebäudes unter Leitung des baubüros lehniger aus Gotha. Bereits 2015 setzte sich das Landschaftsarchitekturbüro atelier le balto aus Berlin mit dem Entwurf ›STADTLAND:INSELN!‹ zur Gestaltung eines Verkehrsverknüpfungspunkts vor dem Bahnhof durch. Im Wintersemester 2016/17 erarbeiteten Studierende der Bauhaus-Universität Weimar und der Hochschule Technik Wissenschaft und Kultur (HTWK) Leipzig Entwürfe für die Gestaltung des BahnHofladens. Daraus ging das Architekturbüro K²L Architekten aus Leipzig hervor, das in Zusammenarbeit mit dem Architektur- und Ingenieurbüro Lindig | Herbst | Lichtenheld aus Rudolstadt aus dem Entwurf Realität machte. Die Besonderheit: Der BahnHofladen wird flexibel zum Verkauf oder als Bürgertreffpunkt genutzt.

Die Qualitätsmaßnahme, unterstützt und begleitet durch die IBA Thüringen, hat sich gelohnt: Der Bahnhof ist ein Schmuckstück, der BahnHofladen modern, der Bahnhofsvorplatz regionaltypisch: Regionale Materialien wie Holz und Schiefer und grüne Inseln mit Staketenzaun umsäumt greifen typische Landschaftsbilder auf.

Das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft war maßgeblich an der Förderung des IBA Projekts beteiligt. Weitere Unterstützung erfuhr das Vorhaben von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR), vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera (ALF), von der LEADER-Aktionsgruppe Saalfeld-Rudolstadt und von Investitionen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).


Apolda, 23. Mai 2019

IBA Ausstellung ›StadtLand‹ feierlich von Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow vor 400 Gästen eröffnet

Vom 24. Mai bis 29. September 2019 präsentiert die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen in der Ausstellung ›StadtLand‹ ihre innovativen und nachahmungswerten Projekte für den ländlichen Raum im Eiermannbau Apolda. Zu der heutigen Vernissage der Ausstellung kamen 400 Gäste, die zuerst von IBA Geschäftsführerin Dr. Marta Doehler-Behzadi im Eiermannbau Apolda willkommen geheißen wurden: »Wir verstehen die IBA Thüringen und unsere Ausstellung als einen Diskussionsbeitrag, der sich an die Öffentlichkeit richtet. Hier wird die Provinz zeigen, dass Fortschritt nicht bloß den städtischen Zentren und Metropolen vorbehalten ist. Wie gelingt die Zukunftsgestaltung in den ländlichen Räumen, den kleinen und mittleren Städten, im StadtLand? Diese Fragen beschäftigen inzwischen nicht nur Thüringen, sondern auch andere Regionen Deutschlands und in Europa.«

Im Anschluss begrüßte die Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Anne Katrin Bohle, die Gäste: »Internationale Bauausstellungen - IBA - experimentieren seit rund 100 Jahren im Bereich des Planens und Bauens und setzen Impulse, die über ihre Zeit hinausweisen. Nach reinen Architekturausstellungen haben sich IBA mittlerweile zu komplexen Baukultur-Ausstellungen entwickelt, die neben ästhetischen und technologischen Aspekten zunehmend soziale, wirtschaftliche und ökologische Fragen in den Mittelpunkt rücken. So auch die IBA Thüringen mit ihrem Thema ›StadtLand‹. Wir brauchen diese Planungs- und Projektlabore, die uns zeigen, wie wir mit neuen, nicht alltäglichen Methoden und Mitteln die Herausforderungen an aktuelle Stadt- und Regionalentwicklung meistern können.«

Der Thüringer Ministerpräsident, Bodo Ramelow, der die Ausstellung anschließend eröffnete, sagte: »Mit der Vorstellung rund 30 ausgewählter Projekte bei der Zwischenpräsentation der IBA Thüringen bietet sich der Öffentlichkeit die Chance, den Selbstanspruch der IBA zu überprüfen. Das Industriedenkmal von Egon Eiermann entwickelt die IBA Thüringen seit 2018 zur Open Factory und führt es bis 2023 schrittweise einer nachhaltigen und gemeinwohlorientierten Nutzung zu. Die Kulturlandschaft in Deutschland wird sich in den nächsten Jahren durch Wanderungsprozesse, Klimawandel, Energieproduktion, Infrastrukturausbau und neue Nutzungen dramatisch verändern. Wir dürfen den komplexen Wandel nicht länger als Bedrohung wahrnehmen, sondern als gestaltbaren Prozess. Die IBA Projekte demonstrieren, dass wir die Zukunft gestalten und in der Lage sind, uns auf veränderte Bedingungen einzustellen.«

Auf dem Weg zu ihrem Finale 2023 ist die Ausstellung ›StadtLand‹ ein Zwischenresümee zum IBA Prozess. Zur Zeit bearbeitet die IBA Thüringen 28 Vorhaben, fünf Projekte sind fertiggestellt. Dazu gehören die St. Annen-Kapelle in Krobitz, die erste Sommerfrische Adresse in Döschnitz, der Sch(l)afstall in Bedheim, das Timber Prototype House sowie die Her(r)bergskirche in Neustadt am Rennsteig.

Die Ausstellung zeigt neben den fertigen auch die laufenden IBA Vorhaben über das Umbauen, Neubauen und Selbermachen in der Provinz. Sie präsentiert neue Architekturen und Freiraumkonzepte in und mit Landschaft und Ländlichkeit. Außerdem stellt sie die tatkräftigen Menschen hinter den Projekten vor.

Bereits am Vormittag des 23. Mai traf sich in Apolda das internationale Netzwerk ›IBA meets IBA‹. Hier versammeln sich die Vertreter der IBAs aus Deutschland und Europa und treten mit dem IBA Expertenrat des Bundes in Austausch, der die IBA Prozesse begleitet. Die Thüringer Ministerin und IBA Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Keller begrüßte die Gäste aus Basel, Hamburg, Heidelberg, aus Parkstad in den Niederlanden, der Region Stuttgart und Wien.

»Die Anzahl der aktuell laufenden IBAs, sechs an der Zahl, zeigt, wie erfolgreich das Format Internationale Bauausstellung ist und dass es auf so viele unterschiedliche gesellschaftliche Herausforderungen in ganz unterschiedlichen Regionen Europas reagieren kann. Ich freue mich, dass Thüringen dieses Jahr Gastgeber des IBA Netzwerks ist.« Bei einem anschließenden Projekt-Speed-Dating tauschten sich die auswärtigen Gäste mit Vertretern von Kandidaten und Projekten der IBA Thüringen aus.

Die Ausstellung ›StadtLand‹ ist vom 24. Mai bis 29. September 2019 von Montag bis Freitag (außer Mittwoch) jeweils 9 bis 17 Uhr sowie am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.


Apolda, 22. Mai 2019

IBA Thüringen präsentiert vom 24. Mai bis 29. September 2019 den Zwischenstand ihrer Projektarbeit in der Ausstellung ›StadtLand‹ im Eiermannbau Apolda

Dieses Jahr zieht die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen Zwischenbilanz. 2011 beschlossen und 2012 begründet, lud sie 2013 zum offiziellen IBA Auftakt ein. Seit ihrem ersten Projektaufruf ›Zukunft StadtLand‹ 2014 bearbeitet sie mittlerweile 28 IBA Vorhaben in ganz Thüringen. Die IBA Vorhaben sind so vielfältig wie das Land selbst, sie reichen vom Ferienhaus im XS-Format am Thüringer Meer bis zum Zukunftsstadtkonzept in Nordhausen, vom digitalen Blockbau vor dem Eiermannbau bis zu einem Land(wirt)schaftskonzept für 1.500 Hektar Feld in Kannawurf. »Alle IBA Projekte und Prozesse verkörpern jeweils eigene Facetten, Dimensionen und Aspekte für das Thema der IBA Thüringen: StadtLand. So tragen sie zu einem gemeinsamen Zukunftsbild für Thüringen bei.«, sagt Dr. Marta Doehler-Behzadi, die Geschäftsführerin der IBA Thüringen.

Die Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft und Vorsitzende des IBA Aufsichtsrats Birgit Keller: »Die Zwischenpräsentation der IBA Thüringen ist ein bedeutender Meilenstein im IBA Prozess. Der IBA Aufsichtsrat, die Thüringer Landesregierung und alle am Prozess Beteiligten sind sehr gespannt auf die Ausstellung. Wir werden dabei die Aufmerksamkeit nutzen, um die Chancen des ländlichen Raums hervorzuheben. Nach der Ausstellung werden wir uns auf die weitere Umsetzung der IBA Projekte bis zum Finaljahr 2023 konzentrieren.«

Mit der Ausstellung ›StadtLand‹ werden im Eiermannbau Apolda die Projektschauplätze, innovative StadtLand Zukunftsideen und zahlreiche Projektakteure vorgestellt. In einem temporären Kinosaal im ersten Obergeschoss des Eiermannbaus beginnt die Ausstellung. Hier zeigt ein eigens produzierter Film eine Annährung an den IBA Raum und die IBA Macher. In der Nachbarhalle kommen auf sieben Monitoren 16 Projektakteure zu Wort.

Nebenan laden ›Thüringer Szenerien‹ aus großformatigen Standortaufnahmen und Projektsilhouetten die Besucher dazu ein, den Ist-Zustand und Zukunftsvisionen der IBA Vorhaben zu erleben. In Logbüchern wird jedes IBA Vorhaben eingehend erläutert und illustriert.

Auf der zweiten Etage kann der experimentelle Ausbau des IBA Büros mit seinen 14 Gewächshäusern in der Open Factory nachvollzogen werden. Die finale Ausstellungssituation im Veranstaltungssaal lädt schließlich zum Mitmachen ein: Über einen Greenscreen können die Besucher verschiedene Bildhintergründe aus Stadt und Land auswählen und sich selbst hineinprojizieren.

Mit dem europäischen Gestalternetzwerk Constructlab hat die IBA Thüringen einen idealen Partner für die Szenografie der Ausstellung gefunden. Constructlab bearbeitet kollaborative Prozesse und schafft mit Handwerkern, Künstlern, Filmemachern und Grafikern vor Ort mehr als eine Ausstellung. Alexander Römer, Gründer von Constructlab: »Das Making-of der Ausstellung ist wie bei allen Projekten von Constructlab ein Impuls zur Aktivierung des Ortes, hier ganz im Sinne der ›Open Factory‹-Idee der IBA. Unser konzeptioneller Schwerpunkt liegt in der engen Beziehung von Entwurf und Ausführung. Damit ist die Baustelle nicht mehr der Ort, an dem die Designidee auf eine harte Realität prallt, sondern der Kontext, in dem sich ein Projekt prototypisch entwickelt.« Römer wurde bei der Szenografie unterstützt von Filmemacher Fred Plassmann und Grafiker Pieterjan Grandry. Die kuratorische Leitung lag bei der IBA Thüringen in Händen von Katja Fischer.

Die Ausstellung hebt einen entscheidenden Aktivierungsmoment im Projektprozess Eiermannbau hervor. Die IBA Thüringen ist Mieterin und ›Placemaker‹ des Industriedenkmals in einem und entwickelt das IBA Projekt zu einer Open Factory. Zum Bauhausjubiläumsjahr 2019 ist der Eiermannbau außerdem Teil der nationalen und thüringenweiten Grand Tour der Moderne. Sie verbindet deutschlandweit über 100 bedeutende und zugängliche Gebäude, die zwischen 1900 und 2000 erbaut wurden, zu einer Reise durch 100 Jahre Architekturgeschichte. Die IBA Ausstellung ›StadtLand‹ und die Grand Tour sind wichtige und zukunftsweisende Zwischennutzungen für den Eiermannbau.

Direkt auf dem Grundstück kann auch das fertige IBA Projekt Timber Prototype House eins zu eins erlebt werden. Der Experimentalbau entstand im Rahmen der Forschungsinitiative ›Zukunft Bau‹ des Bundes und in enger Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart und der Jade Hochschule Oldenburg. Er hat seinen Platz auf dem Gelände des Eiermannbaus in Apolda.

Neben dem Timber Prototype House sind vier weitere IBA Projekte bis heute fertiggestellt worden. 2017 wurde das Kunstprojekt ›organ‹, eine mit Gas betriebene Flammenorgel, vom international renommierten Künstler Carsten Nicolai eigens für die St. Annen-Kapelle in Krobitz angefertigt. Die Kapelle aus dem 11. Jahrhundert ist damit das erste realisierte Modellvorhaben aus dem Querdenker-Aufruf ›500 Kirchen 500 Ideen‹, den die IBA 2017 gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) startete.

In diesem Jahr geht sie in die dritte Saison. 2018 wurden drei IBA Projekte fertiggestellt. In Döschnitz entstand im lange Zeit leerstehenden Heimatmuseum die erste Sommerfrische Adresse dank modernem Apartment, das die Architektin Lina Maria Mentrup einrichtete. Auf dem Gelände von Schloss Bedheim bauten die dort ansässigen Architekten und Künstler Florian Kirfel-Rühle und Anika Gründer gemeinsam mit regionalen Handwerkern und Studierenden aus Weimar den Sch(l)afstall, ein Wirtschaftsgebäude, entstanden in einfacher Holzbauweise. 2019 wurde schließlich die Her(r)bergskirche in Neustadt am Rennsteig vom IBA Fachbeirat zum Projekt erklärt. Sie ist damit das zweite Modellprojekt des Querdenker-Aufrufs und lässt eine Reihe von Folgeprojekten in der Region erwarten.

2019 wird das IBA Projekt Bahnhof Rottenbach fertiggestellt. Das Bahnhofsgebäude ist wie viele andere aus der Nutzung genommen worden, nun soll der Verkehrsverknüpfungspunkt mit einem genossenschaftlich betriebenen BahnHofladen als ›Tor ins Schwarzatal‹ touristisch erschlossen und wiederbelebt werden. Der BahnHofladen wird am 5. Juli feierlich eröffnet.

Alle Veranstaltungshöhepunkte der Ausstellung ›StadtLand‹ finden Sie auf iba-stadtland.de.


Apolda, 27. März 2019

Blockbau digital - das IBA Projekt 'Timber Prototype House' ist fertig!

Im Rahmen der Forschungsinitiative 'Zukunft Bau' der Bundes entstand in Zusammenarbeit des Teams um Prof. Achim Menges, Universität Stuttgart, Hans Drexler, Jade Hoschschule Oldenburg, und der IBA Thüringen ein kleienr aber feiner Experimentalbau auf dem Gelände des Eiermannbaus in Apolda. Ziel war es, das Potential des einfachen und regionalen Baustoffs Holz mit Hilfe modernster digitaler Planungswerkzeuge und Fertigungstechnologien aufzuzeigen. Dabei wurde auf das Prinzip der traditionellen Blockbauweise zurückgegriffen – diese jedoch erheblich weiterentwickelt. Entstanden ist ein ca. 15 Quadratmeter großer Versuchsbau aus vertikalen und in freier Form angeordneter Holzbalken. Durch die digitale Bearbeitung des Holzes konnte sowohl der Dämmwert des Holzes verbessert als auch hochpräzise Füge- und Verbindungslösungen realisiert werden. Die robotische Fertigungstechnologien ermöglicht eine einfache Produktion der Bauteile in hoher Stückzahl und lässt gleichermaßen eine freie Formensprache für den Bau zu.  

Der Planungs- und Bauprozess könnte für diverse Bauvorhaben in Thüringen beispielhaft sein. Mit einem regionalen 'Wirtschaftskreislauf Holz' werden nicht nur die Kompetenzen des Landes Thüringen gestärkt, er ist zudem ökologisch mehr als sinnvoll. 34 Prozent Thüringens sind bewaldet. Der im großen Umfang vorhandene Rohstoff Holz ist als traditioneller Baustoff beliebt, die Möglichkeiten des Materials sind jedoch längst nicht ausgeschöpft. 

Gefördert wurde das IBA Projekt vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau, mit Unterstützug der Universität Stuttgart. Hauptsponsoren waren ThüringenForst und die Rettenmeier Holzindustrie Hirschberg GmbH. Außerdem unterstützten die Kooperations- und Industriepartner Holz von Hier gGmbH, Georg Ackermann GmbH, Universal Holzbau GmbH, Glaskontor Erfurt GmbH, Bauhaus-Universität Weimar, Ingenieurbüro Matthias Münz, Stadt Apolda und Nils Holger Moormann zusammen mit hofmann+loeffler creativeinrichtungen GmbH den Prozess.
 
Das Timber Prototype House wird Teil der IBA Ausstellung 'StadtLand' sein. Vom 24. Mai bis 29. September 2019 haben Besucher die Möglichkeit, das Blockbauexperiment zu sehen, zu begehen und im benachbarten Eiermannbau alle weiteren IBA Vorhaben kennenzulernen. Wir freuen uns auf Sie!


Apolda, 19. März 2019

Zwei neue IBA Kandidaten und zwei neue IBA Projekte

Der Fachbeirat der IBA Thüringen hat in seiner letzten Sitzung im März über zwei neue IBA Kandidaten und zwei neue IBA Projekte beraten und entsprechende Nominierungen empfohlen.

Zwei Standorte am Thüringer Meer, die 'Urlaubswerft am Thüringer Meer' und das 'Langhaus am Thüringer Meer' erhalten IBA Kandidatenstatus. Hervorgegangen sind die beiden Vorhaben aus dem Wettbewerb 'XS - Neue Ferienhäuser modellhaft bauen'. Auslober waren der Freistaat Thüringen, vertreten durch das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, gemeinsam mit der Stiftung Baukultur Thüringen und der IBA Thüringen. Beim weiteren Qualifizierungsprozess für den Projektstatus sind aufgrund der Verbindung von Landschaft, Wald und Wasser am Thüringer Meer exzellente touristische Angebote und Raumqualitäten zu erwarten. Birgit Keller, Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft: "Mit den beiden neuen Kandidaten zeigt die IBA, dass sie gemeinsam mit zahlreichen Partnern wegweisende und beispielgebende Projekte in und für Thüringen, insbesondere in ländlich geprägten Gebieten entwickelt. Die IBA Thüringen wird noch bis zum Jahr 2023 an der Umsetzung ihrer Ziele arbeiten – 2019 ist die Zwischenpräsentation. Wir wollen, dass die IBA zum erfolgreichen Aushängeschild Thüringens wird und so die aktuellen deutschlandweiten Themen zu Demografie, bezahlbarem Wohnen und ressourcenschonender Revitalisierung von Bestandsbauten mitbestimmt."

Die 'Her(r)bergskirche' in Neustadt am Rennsteig ist nun ein IBA Projekt. Im Kirchenraum der Michaeliskirche entstand eine experimentelle Mikroarchitektur als besonderes Übernachtungsangebot. Die starke touristische Nachfrage und das internationale Interesse sind Anregung für weitere Gemeinden entlang des Rennsteigs, ihre Kirchen einem neuen Publikum zu öffnen. Das Projekt ging 2017 aus dem Querdenker-Aufruf '500 Kirchen - 500 Ideen' der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der IBA Thüringen hervor.

Für 'Nordhausen, Plattenbauquartier Nord' empfahl der IBA Fachbeirat ebenfalls den Status eines IBA Projekts. Nach der Entwicklung des Rahmenplans zur klimagerechten Quartiersentwicklung für Nordhausen Nord lobte die SWG Nordhausen in Kooperation mit der Stadt Nordhausen und der IBA Thüringen den Realisierungswettbewerb 'Multitalent gesucht' aus. Geplant ist nun, den ersten Preis des Wettbewerbs umzusetzen. Somit erhalten Bestandswohnungen und Freiräume des Wohnhofs an der Carl-von-Ossietzky-Straße durch individuellen Umbau unter Beachtung der grauen Energie und mit Verzicht auf ein Wärmedämmverbundsystem auf Erdölbasis eine neue Raum- und Lebensqualität.

IBA Kandidat wird, wer gute Ideen und Konzepte für das StadtLand Thüringen vorweisen kann. In einem anschließenden Qualifizierungsprozess (mit Workshops, Studien, Planungen, Wettbewerben, etc.) reifen diese Ideen mit Unterstützung der IBA Thüringen zu realisierbaren Projekten. An diese wird ein hoher Maßstab gelegt, der mit einem Qualitätsvertrag zwischen den Projektakteuren und der IBA Thüringen sichergestellt wird: Sie sind radikal im Denken, richtungsweisend in Bezug auf die IBA Themen und Ziele, kreativ in der Umsetzung und exzellent in der Gestaltung. Außerdem sind sie regional verankert und öffnen sich gleichermaßen internationalen Anregungen. Sie sind als Prozess und Produkt beispielhaft für gutes Planen und Bauen. Werden diese anspruchsvollen Kriterien erfüllt, kann der Fachbeirat der IBA Thüringen einen Kandidat zum Projekt ernennen. Zur Zeit gibt es 28 IBA Vorhaben, davon sind zwölf IBA Projekte.