Kandidat
Baustelle: 

Können wir die Kirche im Dorf lassen?

Perspektiven für kirchliche Gebäude in Thüringen
Aufgabe, Abgabe, Wandel

Perspektiven für kirchliche Gebäude

Bauhistorisch und kulturell sind die Thüringer Kirchen ein bedeutender Schatz. Sie sind identitätsstiftend und fast immer ortsbildprägend. 99% der etwa 2000 evangelischen Kirchen in Thüringen stehen unter Denkmalschutz. Aber: Kirchliche Grundstücke, Pfarrhäuser und Kirchen werden immer mehr zu einem Bestand, dessen Pflege und Bewahrung die Grenzen der Belastbarkeit erreicht hat. Angesichts der demografischen Entwicklung und abnehmender kirchlicher Mitgliedszahlen ist es an der Zeit, über einen zukunftsfähigen Umgang mit den vorhandenen kirchlichen Gebäuden nachzudenken.

Um Offenheit für innovative Strategien herzustellen, sollen in einem ersten Schritt durch Workshops verschiedene Aspekte kirchlichen Bauens und Planens zwischen Akteuren vor Ort und Experten erörtert werden. Impulse und Ideen können auch aus dem nationalen und internationalen Rahmen einfließen. Kreative Prozesse sollen ein Mitdenken von allen beteiligten Partnern unterstützen. Die Expertise von außen ist dabei ebenso einzuholen wie auch die Menschen aus den betroffenen Gemeinden zu beteiligen sind. Schließlich geht es um robuste zukunftsfähige Ideen und ganz konkrete Vorschläge der Umgestaltung und Nutzung.

Als Teilvorhaben des IBA Kandidaten nominierte der IBA Fachbeirat im Juni 2017 die 'Kunstkapelle St. Anna in Krobitz' zum IBA Projekt.

 

Alle aktuellen Informationen zum Ideenaufruf ‚STADTLAND:Kirche - Querdenker für Thüringen 2017’ finden Sie auf der Projektwebsite www.querdenker2017.de.

Mehr zum Projekt 
Improvisationskonzert mit Matthias von Hintzenstern zur Kunstinstallation ‚organ’
24. August 2017

Improvisationskonzert mit Matthias von Hintzenstern zur Kunstinstallation ‚organ’

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Foto: Gernot Lindemann

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Foto: Gernot Lindemann

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Foto: Gernot Lindemann

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Foto: Gernot Lindemann
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Michaeliskirche neu (er)leben — Eine Initiative zur Entwicklung neuer Her(r)bergskirchen im Thüringer Wald
10. August 2017

Michaeliskirche neu (er)leben — Eine Initiative zur Entwicklung neuer Her(r)bergskirchen im Thüringer Wald

In der Her(r)bergskirche übernachten

Bis zum 15. Oktober 2017 können Sie in der Michaeliskirche in Neustadt am Rennsteig übernachten. Die Installation bietet Platz für drei Übernachtungsgäste. Wenn Sie Interesse haben, können Sie einfach vorbei kommen oder über die Plattfomr Airbnb buchen.

Neue IBA Projekte nominiert
04. September 2017

Neue IBA Projekte nominiert

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Die skulpturale Arbeit von Carsten Nicolai ist von den Flammenorgeln aus dem späten 18. Jahrhundert inspiriert. Foto: Thomas Müller

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Schloss Schwarzburg soll zu einem Denkort für Demokratie werden. Foto: Thomas Müller

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Timber Prototype: Visualisierung des Innenraums. Darstellung: Geronimo Bujny

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Siegerentwurf zur Tank- und Rastanlage ‚Leubinger Fürstenhügel’ von MONO Architekten, Berlin
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Timber Prototype
Der Timber Prototype ist ein wandelbares Bauwerk in einer experimentellen, hochdämmenden Holzbauweise mit rund 20 Quadratmetern Grundfläche. Der Bau als Ergebnis eines Forschungsprojektes bietet Lösungsansätze für zwei wesentliche Probleme des Bauens: die Erhöhung des Anteils an nachwachsenden Rohstoffen in modernen Bauweisen und die Verbesserung der Wiederverwendbarkeit von Baumaterial.

„Seit einigen Jahren erfährt der Baustoff Holz in Fragen der Nachhaltigkeit und Vorfertigung eine rasante Entwicklung. In Regionen wie Süddeutschland, Vorarlberg oder der Schweiz trägt er zur Wirtschaftskraft und baukulturellen Identität bei. In Thüringen hingegen hat er ein hohes Entwicklungspotential. Durch die Verknüpfung modernster Entwurfs- und Fertigungstechnologien in Kombination mit dem regionalen Baustoff möchte das Projekt sowohl technisch als auch gestalterisch die Spielräume ausloten und neue Entwicklungsperspektiven aufzeigen“, so IBA Fachbeiratsmitglied Barbara Holzer. 

Der Prototyp wird im Herbst 2017 aus robotisch vorgefertigten Holzelementen auf dem Gelände des Eiermannbaus in Apolda montiert. Denkbar ist ein anschließender Aufbau auch an anderen Standorten in Thüringen. Unterschiedliche Nutzungen beziehungsweise Möblierungen sind je nach Kontext möglich. Eine denkbare Nutzungsart ist eine minimierte Wohnfunktion in dieser Mikroarchitektur. 

 

Tank- und Rastanlage ‚Leubinger Fürstenhügel’
In unmittelbarer Nachbarschaft der bedeutenden archäologischen Fundstätte ‚Leubinger Fürstenhügel‘ entsteht an der Bundesautobahn A 71eine Tank- und Rastanlage. Dabei sollen die Ergebnisse eines europaweit ausgelobten interdisziplinären Planungswettbewerbs – Hochbauarchitektur, Landschaftsarchitektur, Kommunikationsdesign – zu einer beispielgebenden Lösung einer Baukultur ‚Made in Thüringen’ umgesetzt werden, die Bezug auf das archäologische Erbe der Region nimmt. Mit der IBA Projektnominierung für die Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel unterstreicht die IBA Thüringen die Bedeutung eines erfolgreichen Verlaufs des Vergabeverfahrens. Gemäß der Empfehlung des Fachbeirats der IBA Thüringen ist dies besonders der Fall, wenn die Umsetzung des mit dem 1. Preis ausgezeichneten Wettbewerbsentwurfs aus dem für die Tank- und Rastanlage durchgeführten Planungswettbewerb erreicht werden kann. Am 1. September 2017 erhielt Shell Deutschland Oil GmbH den Zuschlag als Konzessionsnehmer der Tank- und Rastanlage für mindestens 30 Jahre und wird den Siegerentwurf des interdisziplinären Planungswettbewerbs und die Empfehlungen der IBA Thüringen umsetzen.

Kunstprojekt ‚organ’ zieht rund 200 Besucher in lange verschlossene Kapelle
28. Juni 2017

Kunstprojekt ‚organ’ zieht rund 200 Besucher in lange verschlossene Kapelle

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Rund 200 Besucher kamen zum Eröffnungswochenende der skulpturalen Arbeit ‚organ’ nach Krobitz. Foto: Thomas Müller

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Die skulpturale Arbeit von Carsten Nicolai ist von den Flammenorgeln aus dem späten 18. Jahrhundert inspiriert. Foto: Thomas Müller

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Die St.-Anna-Kapelle in Weira stammt aus dem 11. Jahrhundert. Foto: Gernot Lindemann

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Lange Jahre war die St.-Anna-Kapelle ungenutzt und für die Öffentlichkeit unzugänglich. Foto: Thomas Müller

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IBA Projektleiterin Ulrike Rothe im Gespräch mit dem Künstler Carsten Nicolai. Foto: Thomas Müller

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Das von Carsten Nicolai geschriebene Stück dauert etwa zwölf Minuten. Foto: Thomas Müller

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Detail der Mechanik. Foto: Thomas Müller

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Foto: Gernot Lindemann
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Elke Bergt von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland dankte am Ende des Gespräches allen, die am Vorhaben mitgewirkt und dieses unterstützt sowie gefördert haben. Dazu zählen der Künstler Carsten Nicolai mit seinem Team von yamaguchi-ufficio d’arte und WERKSTATT 4, die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Weira / Krobitz mit dem amtierenden Superintendent und Pfarrer, die politische Gemeinde Weira, die Kulturstiftung des Bundes, das Regionalmanagment LEADER des Saale-Oral-Kreises mit dem Amt für Landesentwicklung und Flurneuordnung Gera, das Architekturbüro nitschke+kollegen, die Tischlerei Herden und der Stampflehmbauer Hoppert Handwerk & Design sowie der Restorator Olaf Lindner, das Büro für Szenografie chezweitz und das Team der IBA Thüringen sowie der EKM.

Bei frischen Sauerteigbrot und Altenburger Ziegenkäse mit Lauchzwiebeln sowie Roséwein und Apfelsaft aus der Region klang der Sommerabend zum Johannisfest beim Feuer aus. Erfüllt von dem Kunstwerk ‚organ’ und der St.-Anna-Kapelle fuhren die Gäste beeindruckt, angeregt und beflügelt nach Hause, um wieder zu kommen!

OTZ: Feuer, Licht und Klänge in der St.-Annen-Kapelle in Krobitz

Kontroverse Debatte um die Nutzung von Kirchengebäuden
15. Juni 2017

Kontroverse Debatte um die Nutzung von Kirchengebäuden
1. Querdenker-Salon in Erfurt

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Diskussion zur sozialen und kulturellen Öffnung von Kirchen. Das Podium (v.l.): Dr. Sonja Beeck, chezweitz; Elke Bergt, EKM; Oliver Weilandt, Internationaler Audiodienst (Moderation); Ulrike Rothe, IBA Thüringen; Holger Reinhardt, Landeskonservator; Senior Dr. Matthias Rein. Foto: Thomas Müller

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Inputvortrag des Journalisten und Architekturkritikers Dr. Dankwart Guratzsch. Foto: Thomas Müller

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Rund 50 Interessierte kamen zum ersten Querdenker-Salon in die Erfurter Kaufmannskirche. Foto: Thomas Müller
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Gelungene Eröffnung der Querdenker-Ausstellung
16. Mai 2017

Gelungene Eröffnung der Querdenker-Ausstellung

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Eine Ausstellungeröffnung zum Mitmachen: Bei der Vernissage am 13. Mai konnten die Besucher selbst hunderte Ideen für den Umgang mit Kirchengebäuden lüften. Auf den Monitoren werden die eingereichten Ideenvideos aus dem Querdenker-Aufruf abgespielt. Foto: Thomas Müller

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Großes Interesse am Thema der Ausstellung: Rund 200 Besucher kamen am Tag der Vernissage in die Erfurter Kaufmannskirche. Foto: Thomas Müller

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Hunderte Ideen wurden 2016 zum Ideenaufruf eingereicht, viele davon als Video. Foto: Thomas Müller

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Vor der Kirche steht ein gelbes Haus, an dem die Besucher kreativ werden und neue Nutzungsvorschläge für Kirchengebäude entwickeln können: Der Ideengenerator. Foto: Thomas Müller

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An einer Pinnwand werden die ersten Neuzugänge aus dem Ideengenerator präsentiert. Foto: Thomas Müller

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Großes Interesse auch an dem Rahmenprogramm, das die Ausstellung über die kommenden Monate begleitet. Foto: Thomas Müller

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Vor der Eröffnung sind noch alle Bildschirme abgehängt. Foto: Thomas Müller

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Nach der Begrüßung durch Pfarrer Dr. Tilman Cremer erläutert Elke Bergt die Ausgangssituation der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, aus der sie sich auf die Suche nach neuen Nutzungsideen gemacht hat. Foto: Thomas Müller

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Dr. Kirsten Haß von der Kulturstiftung des Bundes betont die Stärke von Beteiligungsprozessen wie im Querdenker-Projekt. Foto: Thomas Müller

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Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen, hob den innovativen Umgang des Projektes mit Leerstand hervor. Foto: Thomas Müller

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Gelb war die vorherrschende Farbe des Tages und rückte den Raum der Kaufmannskirche in ein neues Licht. Foto: Thomas Müller

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Die Besucher werden Teil der Ausstellungsarchitektur. Foto: Thomas Müller

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Elke Harjes-Ecker von der Thüringer Staatskanzlei und...

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Diethard Kamm, stellvertretender Landesbischof, richteten ihre Grußworte an die Querdenker-Gemeinde. Foto: Thomas Müller

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Die Augustinerkantorei unter Leitung von Dietrich Ehrenwert sorgte für die musikalische Umrahmung und lud die Besucher zum Mitsingen ein.

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Dr. Sonja Beeck vom Büro für Szenografie chezweitz, das den Aufruf kuratiert und die Ausstellung gestaltet hatte, eröffnete mit einem Countdown schließlich die Querdenker-Präsentation. Foto: Thomas Müller
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Die Ausstellung ‚500 Kirchen 500 Ideen. Querdenker für Thüringen 2017’ läuft bis zum 19. November und ist täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet (zeitweise geänderte Öffnungszeiten möglich).

Zur Ausstellung

Querdenker entwickeln Ideen für Thüringer Kirchen
06. April 2017

Querdenker entwickeln Ideen für Thüringer Kirchen
Elke Bergt über das Projekt Querdenker 2017

Neben der Ausstellung wird es in diesem Jahr auch noch viele andere Aktivitäten geben, die die Ideen für Thüringer Kirchen bekannt machen wollen. Zum Beispiel sind sogenannte Entdeckertouren geplant?
Es ist uns wichtig, Interessierten auch die Orte zeigen, um die es uns geht, und zwar in einer großen Breite. Die fünf Entdeckertouren führen insgesamt in zehn Kirchen. Dort treffen wir Ideengeber und Gemeinden, die etwas bewegen wollen. Es werden jeweils kleinere Interventionen zu sehen oder zu erleben sein, die die Idee verdeutlichen. Im Übrigen ist das auch eine gute Möglichkeit für Kirchengemeinden, sich Anregungen für eigene Projektideen zu holen. Warum also nicht einmal ein Gemeindeausflug als Entdecker?

Zum ‚Querdenker’-­Projekt gehört auch die künstlerische Gestaltung einer bislang wenig beachteten Kirche. Die Wahl ist auf die Kirche in Krobitz (Kirchenkreis Schleiz) gefallen. Der Berliner Künstler Carsten Nicolai wird sie bis Mai 2017 gestalten. Was erhoffen Sie sich von diesem Kunstprojekt?
Carsten Nicolai ist ein international bekannter Künstler, der weltweit arbeitet. Wenn eine solche Prominenz in einem kleinen Ort wie Krobitz – der Ort besteht aus wenigen Gehöften – ein Kunstwerk schafft, was macht das mit dem Ort und den Menschen dort? Ist es möglich, eine kleine ungenutzte Kapelle damit wieder zum Leben zu erwecken? Wie bringt man den (zugegebenermaßen etwas angestaubten) Charme mit moderner Kunst zusammen, ohne den Charakter des Raumes zu zerstören? Das sind die Fragen, die wir uns bei diesem Projekt stellen.

Wie ist Ihre Prognose? Wird das ‚Querdenker’­Projekt wirklich zu einem Umdenken führen, was die Nutzung der Thüringer Kirchen angeht?
Ich denke, dass wir mit diesem Projekt viele Gemeinden dazu angeregt haben, sich auf den Weg zu machen. Natürlich geht es nicht nur um die Gebäude,  sondern  immer  auch  um  das  Leben  darin. Andere Initiativen der EKM sehe ich in ganz engem Zusammenhang: Offene Kirchen, Erprobungsräume, Gebäudekonzeptionen – das zeigt an, dass wir auf dem Weg sind, zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Veränderung kann aber nur gelingen, wenn die Menschen, die es betrifft, das auch wollen. Uns sehe ich als Anreger und Unterstützer. Aufgrund der positiven Erfahrungen innerhalb des Projekts bin ich frohen Mutes, dass das gelingt.

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Einen Überblick über alle Veranstaltungen des ‚Querdenker’-­Projektes finden sie hier.

Neue Ideen: Marta Doehler-Behzadi über die Verweltlichung der Kirche
05. Dezember 2016

Neue Ideen: Marta Doehler-Behzadi über die Verweltlichung der Kirche

In einem eingereichten Film wurden statt der Wetterfahne auf der Kirche wechselweise ein Supermarktzeichen, ein Tankstellenlogo, die Wimpelkette eines Kindergartens und ein Halbmond gezeigt. So etwas wird Fragen aufwerfen.
Was halten Sie von solchen Ideen?

Wir müssen nicht um jeden Preis provozieren, andererseits verändert sich unsere Welt nun mal und einen Zuzug gibt es auch. Nehmen Sie die Hagia Sophia in Istanbul. Auch das war einmal eine christliche Kirche, die heute eine Moschee ist. Vielleicht sollten wir also etwas entspannter mit diesem Thema umgehen, das derzeit sehr unentspannt diskutiert wird.

Wie wird die IBA mit solchen Diskussionen umgehen?
Wir werden während der Ausstellungszeit übers Land fahren und sie führen. (Anm. d. Red.: Von Mai bis November 2017 werden alle eingereichten Vorschläge in einer Ausstellung in der Kaufmannskirche Erfurt gezeigt.) Der Querdenker-Wettbewerb heißt schließlich auch so, weil wir uns gestatten wollen, erst einmal quer zu denken und andere Gedanken überhaupt zuzulassen. Da wir die Kirchen nicht abreißen möchten, haben wir viel Platz für Experimente. Und auch wenn einige Ideen vielleicht nicht umgesetzt werden können, setzen sie womöglich etwas in Gang.

Apropos in Gang setzen: Die IBA möchte die fünf besten Ideen baulich umsetzen. Haben sie bereits Favoriten?
Die gibt es noch nicht. Selbst wenn, dürfte ich nichts verraten. Nur so viel: Fünf Projekte sind das, was wir bis 2023 leisten möchten. Das ist aber nur eine ungefähre Zahl. Wenn ein weiterer Vorschlag wirklich gut ist, könnten es auch sechs werden.

Nach welchen Kriterien werden die Projekte ausgewählt?
Die eingereichten Ideen sollten wirklich innovativ und in ihrer Gestaltung exzellent sein. Darüber hinaus sollten sie etwas Neues schaffen und den Anspruch der Nachhaltigkeit erfüllen. Wir streben Projekte an, die Bestand haben und weltoffen sind, die man aber gut mit Thüringen verheiraten kann.

Das Gespräch führte Peter Cott. Der Artikel wurde uns freundlicherweise von der OTZ zur Verfügung gestellt, wo er zuerst am 14.11.2016 erschien.

RefoJournal erschienen
09. November 2016

RefoJournal erschienen

Architektenworkshop zur Nachnutzung von Thüringer Kirchen
18. August 2016

Architektenworkshop zur Nachnutzung von Thüringer Kirchen

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Foto: Catherina Dünisch

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Foto: Catherina Dünisch

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Foto: Catherina Dünisch

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Foto: Catherina Dünisch

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Foto: Catherina Dünisch

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Foto: Catherina Dünisch
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Ideenaufruf 'Querdenker 2017' bis 31. August 2016 verlängert
06. Juli 2016

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Ideenaufruf ‚Querdenker 2017’ gestartet
23. März 2016

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Auftaktveranstaltung zum Ideenaufruf Querdenker 2017 am 19. März in der Kaufmannskirche Erfurt. Foto: Thomas Müller

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Die Kaufmannskirche am Anger in Erfurt. Foto: Thomas Müller

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Auf dem Podium (v.l.): Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen, Pfarrer Dr. Tilmann Cremer, Kaufmannsgemeinde Erfurt, Elke Bergt, Referentin Bau EKM/Landeskirchenamt, Dr. Sonja Beeck, Geschäftsführerin der Agentur chezweitz. Foto: Thomas Müller

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Etwa 70 Interessierte kamen aus ganz Thüringen zur Auftaktveranstaltung. Foto: Thomas Müller

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Eindrucksvolle Kulisse: Der Altarraum der Kaufmannskirche in Erfurt. Foto: Thomas Müller

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Rege Diskussion mit den Teilnehmern über den Wettbewerb und alltägliche Herausforderungen der Kirchengemeinden. Foto: Thomas Müller

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Diskussion. Foto: Thomas Müller

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Nach dem offiziellen Teil gab es Gelegenheit zum Austausch. Foto: Thomas Müller
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Bundeskulturstiftung fördert künstlerisches Projekt ‚STADTLAND:Kirche’
23. Oktober 2015

Bundeskulturstiftung fördert künstlerisches Projekt ‚STADTLAND:Kirche’

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Bienenkirche © Andree Volkmann
Perspektiven für kirchliche Gebäude in Thüringen: Aufgabe, Abgabe, Wandel?
26. März 2015

Perspektiven für kirchliche Gebäude in Thüringen: Aufgabe, Abgabe, Wandel?

Die Erkenntnisse weisen auf die zentrale Bedingung hin: Offenheit für neue, andere Sichtweisen und Zukunftsvisionen für Kirchen. Auf dem Weg zum IBA Projekt besteht weiterer Bedarf an kontinuierlicher Verständigung zwischen allen beteiligten Partnern. Parallel müssen mit modellhaften Ansätzen konkrete Impulse für eine innovative Strategie im Umgang mit Kirchen in Thüringen gesetzt werden.

Was kann ein Kirchenraum sein? Schutzraum für Mensch und Natur? Zentraler Ort für wichtige soziale Funktionen? Ein Ort, der Speicherfunktionen übernimmt? Der Experten-Workshop hat gezeigt, dass die Ideen dazu noch viel radikaler sein können und müssen. Denn schließlich bietet das Zukunftslabor IBA Thüringen Freiraum für das Umdenken – und fordert von allen IBA Kandidaten, dass sie diesen Freiraum auch dafür nutzen. 

Termine 

Momentan keine Termine

Ansprechpartner 

Ulrike Rothe

Projektleiterin

Telefon +49 3643 90088-12

ulrike.rothe@iba-thueringen.de

Ort 
Thüringen
Deutschland
Partner

Thüringer Staatskanzlei
Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
Diakonie Mitteldeutschland                                                                     
Bischöfliches Bauamt
Regionale Partner aus Kirchengemeinden vor Ort
Bauhaus-Universität Weimar