Apolda, Eiermannbau

Apolda, Eiermannbau

Architekturikone wird Open Factory

Die zwischen Jena und Weimar gelegene Kleinstadt Apolda war über Jahrzehnte ein wichtiger Industriestandort in Thüringen. Mit ihren heute rund 23.000 Einwohnern gehört Apolda zu den 29 Klein- und Mittelstädten mit einer Größe von 10.000 bis 50.000 Einwohnern, in denen ein Drittel der 2,17 Millionen Thüringer lebt. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts lebte die Stadt Apolda von der Textilproduktion, zuerst von Strümpfen, später von Strick- und Wirkwaren. Nur einige der ehemals 6.000 Arbeitsplätze, die es allein in der Textilindustrie in der Stadt gab, sind nach 1990 erhalten geblieben. Viele der großflächigen Produktionsorte der Stadt stehen auch heute noch leer – einer davon ist das Grundstück Auenstraße 11, auch als Eiermannbau bekannt. In der Nachbarschaft zu den prosperierenden Hochschulstandorten Weimar und Jena ist die Standortentwicklung in Apolda ein wichtiger Beitrag für ein zukunftsfähiges StadtLand Thüringen und sein polyzentrales Städtenetz.

Der Eiermannbau in Apolda ist ein Industriedenkmal von besonderem Rang. Es ist das einzige Gebäude des Architekten Egon Eiermann in Thüringen und ein wichtiges Beispiel für eine nachhaltige Umbaukultur. Ursprünglich gebaut als Weberei, wurden seit Mitte der 1930er Jahre Feuerlöschgeräte am Standort produziert. Eiermann selbst hat 1938/39 die bestehende Weberei erweitert, sensibel und aufmerksam die vorhandene Gebäudestruktur fortgeführt und gleichzeitig die funktionalen und ästhetischen Anforderungen seiner Zeit eingebracht. 1994 wurde die Produktion von Feuerlöschgeräten aufgegeben. Seit Frühjahr 2016 wird der Standort initiativ von der IBA Thüringen entwickelt. In einem intensiven Aktivierungs- und Beteiligungsprozess wurde aus den Anregungen des IBA Campus 2016 und der IBA Konferenz LeerGut in einer Machbarkeitsstudie das Leitbild ‘Open Factory’ für den Standort erarbeitet. Zukünftig soll der Eiermannbau eine Adresse werden, bei der Handwerk und Produktion ebenso wie Bildungs- und Vernetzungsangebote, Kunst und Kultur eine wichtige Rolle spielen. Seit April 2018 hat die IBA Thüringen ihren Geschäftssitz im Eiermannbau und ist damit selbst Teil der Entwicklung. Eigentümer des Standortes war bis Ende 2017 die Gesellschaft für Entwicklung und Sanierung von Altstandorten (GESA), heute ist es die LEG Thüringen.

2019, im Zwischenpräsentationsjahr der IBA Thüringen und zum 100-jährigen Bauhausjubiläum, wird im Eiermannbau eine zentrale IBA Ausstellung gezeigt. Was dafür fehlt sind Aufenthaltsangebote für Gäste und Besucher. Mit dem IBA Campus 2018 vom 5. bis 19. August sollten dafür Ideen entwickelt und direkt realisiert werden. Das europäische Gestalternetzwerk Constructlab wurde eingeladen, den Campus als 14-tägigen DesignBuild-Workshop mit durchzuführen und dabei eine Basisinfrastruktur für Gäste des Ortes zu schaffen. Enstanden sind über 20 Prototypen, wobei maßgebliches Arbeitsprinzip das respektvolle 'Weiterbauen' des Denkmals Eiermannbau war.

Die Projektpartner Stadt Apolda, Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen und IBA Thüringen betrachten den Leerstand in Apolda als Flächenpotenzial und Ressource: LeerGut. Angesichts ausbleibender Investitionen und fehlender Nutzungsnachfrage sollen mit der Entwicklung des Eiermannbaus die bisher üblichen Bau- und Nutzungsstandards und Vorgehensweisen bei der Entwicklung von Leerständen hinterfragt werden. Ziel der IBA Projektentwicklung, die der Leitidee ‚Wie wenig ist genug?’ folgt, ist ein nachhaltiger Beitrag für die Entwicklung der Stadt. Der kulturelle, ökologische und bauliche Reichtum des Standortes ist für die Projektbeteiligten das Kapital und Ausgangspunkt für eine neue Wertschöpfung in Apolda.

Projektprozess 
IBA Campus 2018 - 'Hotel Egon'
24. August 2018

Eiermannbau Apolda wurde von jungem IBA Campus-Team in zwei Wochen für zukünftige Besucher und Gäste weitergebaut

Raumvorhang

Raumvorhang
Vorhang als Raum-in-Raum-Lösung. Foto: Thomas Müller

Mobiles Klappbett

Mobiles Klappbett
Mobiles Klappbett mit Egon Bettwäsche. Foto: Thomas Müller

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Hochbett und Raumtrenner. Foto: Thomas Müller

Egon Möbel 4

Egon Möbel 4
Domino Möbelserie. Foto: Thomas Müller
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Über 20 Prototypen sind während des IBA Campus entstanden. Mehr Objektbilder und Informationen zu den Teilnehmenden gibt es auf der IBA Campus Seite.

Start Open Factory
04. Juni 2018

Start Open Factory

Pressegespräch Salon Teilnehmende

Pressegespräch Salon Teilnehmende
Vor dem Büro-Gewächshaus, das zum Umbaukonzept für die IBA Geschäftsstelle gehört, sitzen von links: Andreas Foidl von der Belius GmbH, Uli Hellweg, Fachbeiratsvorsitzender der IBA Thüringen, Sabine Wosche, Geschäftsführerin der LEG Thüringen, Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen, Birgit Keller, Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft und Aufsichtsratsvorsitzende der IBA Thüringen sowie Rüdiger Eisenbrand, Bürgermeister der Stadt Apolda. ©IBA Thüringen, Foto: Thomas Müller

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Birgit Keller, Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen und Sabine Wosche, Geschäftsführerin der LEG Thüringen, beim Pressegespräch 'Es geht auch anders' (v.l.). ©IBA Thüringen, Foto: Thomas Müller

Feuerlöschgerätewerk

Feuerlöschgerätewerk
©IBA Thüringen, Foto: Thomas Müller

Kandidatentreffen Gruppenbild

Kandidatentreffen Gruppenbild
Neben dem Salon fand auch das Kandidatentreffen der IBA Thüringen statt. Mit dabei: Fachbeiratsvorsitzender Uli Hellweg (rechts im Bild). ©IBA Thüringen, Foto: Thomas Müller
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Wer Interesse hat, Werkstätten, Ateliers oder einen Schreibtisch im Coworking Space im Eiermannbau oder angrenzenden Minimax-Gebäude zu mieten, schreibt eine Mail an das Koordinationsteam unter open-factory@iba-thueringen.

Kooperatives Werkstattverfahren zur Gebietskulisse Bahnhof Apolda
27. März 2017

Kooperatives Werkstattverfahren zur Gebietskulisse Bahnhof Apolda
Vier Zukünfte für Apolda

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Der Wasserturm am Bahngelände als Billboard und Veranstaltungsort. Aus dem Beitrag ‚Sofortstadt’ des Büros Modulorbeat aus Münster. Grafik: Modulorbeat.

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Jan Kampshoff stellt den Beitrag ‚Sofortstadt’ des Büros Modulorbeat vor. Foto: Thomas Müller

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Apolda als ‚Datschland’ ist eine Zukunftsvision des Studios Vulkan aus Zürich. Robin Winogrond erklärt das Konzept. Foto: Thomas Müller

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Die EnergieWerkStadt aus Weimar beschäftigt sich vor allem mit energetischen Fragen und schlägt Konzepte für eine Kompaktstadt vor. Andreas Reich erläutert das Zukunftsszenario. Foto: Thomas Müller

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Prof. Anne-Julchen Bernhardt von BeL – Sozietät für Architektur präsentiert in der Zwischenwerkstatt die Idee einer kooperativen Kleinstadt. Foto: Thomas Müller

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Stefan Städtler, Fachbereichsleiter Stadtplanung und Bauwesen, und Bürgermeister Rüdiger Eisenbrandt diskutieren bei der Zwischenwerkstatt die vorgestellten Szenarien. Foto: Thomas Müller

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Öffentliche Diskussion der Entwürfe an einzelnen Zukunftstischen. Foto: Thomas Müller

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Luftbild des Nori-Geländes nördlich des Bahnhofs Apolda. Foto: Thomas Müller

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Aktueller Zustand des RST-Geländes zwischen dem Bahnhof Apolda und der Innenstadt. Foto: Thomas Müller

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Präsentation der Ergebnisse des Werkstattverfahrens im Bahnhof Apolda anlässlich des Tags der Städtebauförderung am 13. Mai 2017. Foto: Thomas Müller

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IBA Geschäftsführerin Marta Doehler-Behzadi erläutert Infrastrukturministerin Birgit Keller am Modell des RST-Geländes mögliche Zukunftsentwicklungen. Foto: Thomas Müller

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Der Tag der Städtebauförderung in Apolda wurde mit einem Stadtumbauspaziergang mit Ministerin Birgit Keller und Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand begangen. Erste Station war der Bahnhof Apolda. Foto: Thomas Müller
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Datschland, Studio Vulkan
Studio Vulkan greift die Verknüpfung von Stadt und Umland in Apolda auf und zieht für seine Zukunftsperspektive den Ring von Kleingartenanlagen, der Apolda umgibt, heran. Nach deren Recherchen stehen 40% dieser Gärten und Datschen leer. Dem gegenüber steht eine ausgeräumte großflächige Landwirtschaft, die einerseits hoch effizient wirtschaftet, auf der anderen Seite Anforderungen zum Landschaftsausgleich oder Naturschutz erfüllen muss. Studio Vulkan schlägt die Kleingärten als Produktionsorte für Mikrolandwirtschaft vor. Neben der Produktion von Nahrungsmitteln können sie erheblich zur Biodiversität und zum Umweltschutz beitragen, der Freizeit, Kontemplation und Bildung dienen. Auf dem RST- und Nori-Gelände sollen gemeinsame Verarbeitungsstandorte, Marktflächen, Informations- und Austauschangebote entstehen und hocheffiziente landwirtschaftliche Produktion angesiedelt werden. Ziel ist weniger ein romantisches Selbstversorgungsideal, sondern eine neue Form der Stadtland-Produktion, die eng an technologische Entwicklung gekoppelt ist und die Hochschulen der Umgebung als Forschungspartner für eine innovative Mikrolandwirtschaft gewinnt.

Kompaktstadt, EnergieWerkStadt
Die EnergieWerkStadt setzt sich in ihrem Szenario besonders mit energetischen Fragen und technischen Innovationen auseinander. Unter dem Credo ‚bodenständig visionär’ strebt sie eine resiliente Stadt an. Ausgehend von weiterem Bevölkerungsschwund wird Apolda in Zukunft eine verdichtete Stadt der kurzen Wege sein, in der Stoffkreisläufe effizient strömen können. Das Bahnhofsareal wird zu einem neuen Wohn- und Arbeitsstandort zwischen den wachsenden Städten Erfurt und Leipzig. Die Idee greift ebenfalls den hausnahen Garten für den Anbau von Nahrungsmitteln auf, setzt mit einem Regionalkaufhaus auf regionalen Handel, woraus eine neue Kiez-Kultur erwachsen kann, die eine soziokulturelle Verankerung der Bewohner ermöglicht. Die vorhandenen baulichen Bestände werden gesichert und um einzelne Bauten ergänzt. Gebaut wird mit natürlichen Baustoffen wie Holz und Lehm, die Dächer und Fassaden sind begrünt, produzieren Nahrungsmittel oder Energie.

Kooperative Kleinstadt, BeL Sozietät für Architektur
In ihrem Apoldaer Zukunftsszenario greifen auch BeL energetische Autonomie, subsistente Nahrungsproduktion, solidarisches Wirtschaften und lokale Produktion als zentrale Entwicklungsbausteine auf. Die Idee der Kooperativen Kleinstadt basiert auf nachhaltigen Stoffkreisläufen und einem gemeinschaftlich initiierten Prozess. Grundlage dafür ist eine der Verständigung der Apoldaer Bürger auf dieses gemeinsame Werte- und Entwicklungsverständnis. Auf dem ehemaligen RST-Areal wird eine multidisziplinäre Fachschule für Kreislaufprozesse vorgesehen, aus der heraus die Zukunft von Apolda mitgestaltet wird. Die Schule besteht aus Werkstätten, Experimentierfeldern, Ausstellungs-, Seminar- und Atelier-Räumen, Start-up-Laboren, einer Bibliothek, Werkhof, Speichern, einem Blockheizkraftwerk, einem Café, Markt und auch temporären Wohnmöglichkeiten. BeL setzen mit ihrem Szenario ganz auf die semiautarken Selbstversorgungskräfte und Talente Apoldas.

Auf Grundlage der vier Zukünfte werden im nächsten Schritt verbindliche Empfehlungen erarbeitet, mit denen die Stadt Apolda, die LEG Thüringen und die IBA Thüringen die konkrete Entwicklung der Standorte zeitlich und inhaltlich vorbereitet. Die Zukunftsszenarien dienen dabei als inhaltliche Orientierung und qualitative Zielsetzung. Erste Maßnahmen der ’Sofort-Stadt’ sollen noch 2017 durchgeführt werden. Schließlich bietet sich mit der Landesgartenschau und dem 16. Thüringentag 2017 für Apolda die einmalige Gelegenheit, einem großen Publikum den Neuanfang rund um den Bahnhof zu vermitteln.

Akteure:
Das Werkstattverfahren wurde von dem Büro Schulten Stadt- und Raumentwicklung aus Dortmund koordiniert und moderiert. Zusätzlich zu den vier Planungsbüros waren externe Berater aus verschiedenen Disziplinen an der Qualifizierung der Entwürfe beteiligt.

Planungsbüros:
BeL – Sozietät für Architektur, Prof. Anne-Julchen Bernhardt, Michel Kleinbrahm
EnergieWerkStadt, Ingo Quaas, Andreas Reich, Dr. Kersten Roselt
Modulorbeat, Jan Kampshoff, Marc Günnewig
Studio Vulkan, Robin Winogrond, Lukas Schweingruber

Berater:
Uli Hellweg, Vorsitzender des Fachbeirats der IBA Thüringen, Hellweg Urban Concept
Andrea Hofmann, Fachbeirat der IBA Thüringen, raumlaborberlin
Andreas Krüger, Belius GmbH
Andreas Foidl, Belius GmbH
Tabea Michaelis, denkstatt sàrl
Prof. Dr. Jörg Londong, Bauhaus-Universität Weimar
Sonja Sauer, INAWA GbR
Henrik Schultz, Stein+Schultz, Stadt-, Regional- und Freiraumplaner
Jörg Casper, Kommunalentwicklung Mitteldeutschland

Finanzierungs- und Betreiberkonzept Eiermannbau
25. November 2016

Finanzierungs- und Betreiberkonzept Eiermannbau
‚Open Factory‘

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Einblicke in die Studie 'Open Factory' - Eiermannbau Apolda. Foto: IBA Thüringen

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Die Geschichte des Eiermannbaus Apolda. Foto: IBA Thüringen

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Entwicklungsszenarien zum Eiermannbau. Foto: IBA Thüringen

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Entwicklungsszenarien zum Eiermannbau. Foto: IBA Thüringen
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IBA Konferenz LeerGut
07. Juli 2016

IBA Konferenz LeerGut

IBA Campus 2016
05. Juli 2016

IBA Campus 2016
Zukunftswerkstatt Eiermannbau

Erste IBA Projekte nominiert
21. März 2016

Erste IBA Projekte nominiert

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Visualisierung der großen Wartehalle im Bahnhofsgebäude Apolda © AFF Architekten, Berlin

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Visualisierung der STADTLAND:Inseln am Bahnhof Rottenbach © atelier le balto, Berlin
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Im Jahr 2016 wird das Baufeld I ‚Verkehrsverknüpfungspunkt‘ realisiert. Ab 2017 wird das Bahnhofsgebäude mit seinem direkten Umfeld umgestaltet, um den Betrieb als BahnHofladen aufzunehmen. Prof. Dr. Rolf Kuhn, Mitglied des IBA Fachbeirats: „Der BahnHofladen und der Verkehrsverknüpfungspunkt Bahnhof Rottenbach sind logistisch, inhaltlich und baukulturell für die Gesamtmaßnahme ‚Resilientes Schwarzatal‘ von zentraler Bedeutung. Sie sind als Ausgangspunkt der Schwarzatalbahn ein Tor in die Tourismusregion Schwarzatal mit dem international bedeutenden Demokratie-Ort Schwarzburg.“

Bahnhofsdinner Apolda
24. September 2015

Haus sucht Nutzer! Bahnhofsdinner in Apolda

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IBA STADTLAND Aktion ‚Haus sucht Nutzer!’. Ein Dinner, um über zukünftige Nutzung und neue Betreiberideen für den Bahnhof Apolda ins Gespräch zu kommen. 24. September 2015. Foto: Thomas Müller

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Der Bahnhof Apolda: Was tun mit einem Gebäude, das wir nicht mehr brauchen? Foto: Thomas Müller

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Unsere mobile STADTLAND Architektur: Wie einzelne Bahnwaggons sind sechs Tische aneinander gehängt, wo die Teilnehmer in kleinen Gruppen diskutierten. Foto: Thomas Müller

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Impuls von Prof. Brigitte Hartwig, Hochschule Anhalt, Projekt ‚VorOrt’. Foto: Thomas Müller

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Impuls von Andreas Krüger, Vorstand belius Stiftung. Foto: Thomas Müller

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An jedem Tisch wurden einzelne Fragen diskutiert und die Ergebnisse gesammelt. Foto: Thomas Müller

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Am Ende des Abends: Eine Tafel voller Ideen für den Bahnhof Apolda. 24. September 2015. Foto: Thomas Müller

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Bahnhofsdinner in der Schalterhalle des Bahnhofs Apolda. 24. September 2015. Foto: Thomas Müller

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Buffet beim Bahnhofsdinner in Apolda. Foto: Thomas Müller

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Illustration der IBA Aktion von Rosa Linke und Stefan Kowalczyk
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Städtische Ankergebäude, wie ein Bahnhof, sind tief im sozialen Gedächtnis einer Stadt verankert - es sind Orte mit Charme und vielfältigen, persönlichen Erinnerungen. Gerade hier können temporäre Nutzungen und ungewöhnliche Momente Mut machen, um diese Orte wieder in Nutzung zu nehmen bzw. sie überhaupt erst einmal anders zu denken. Die eingeladenen Impulsgeber stellten ergänzend Praxisbeispiele vor, deren Erfolg oftmals auf besonderen Projektpartnerschaften beruht. Insbesondere Kooperationen von Kommunen und Bürgerschaft mit Hochschulen wurden vorgestellt. Hochschulen und ihre Studierenden können, gerade am Anfang von Umdenk- und Transformationsprozessen, eine wichtige Impuls- und Aktivierungsfunktion übernehmen. Studentische Arbeiten überraschen dabei mit unabhängigen, unkonventionellen und oftmals einfachen Lösungen. Letztendlich ist eine gleiche Augenhöhe der Partner wichtig und ein gemeinsames Verständnis für die alltäglichen Problemlagen und alternativen Möglichkeiten vor Ort. Was es dann noch braucht für den Erfolg ungewöhnlicher Allianzen in der Stadt- und Regionalentwicklung sind Mut, Phantasie und gegenseitiges Vertrauen.

Das Bahnhofsdinner Apolda wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Vierter IBA Salon im Bahnhof Apolda diskutiert ‚Positionen über den Leerstand’
16. Oktober 2014

Vierter IBA Salon im Bahnhof Apolda diskutiert ‚Positionen über den Leerstand’

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IBA Salon in der Schalterhalle des Bahnhofs Apolda. 16. Oktober 2014. Foto: Thomas Müller

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Dr. Marta Doehler-Behzadi begrüßte die rund 100 Gäste in der ehemaligen Schalterhalle des Bahnhofes

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Volker Hädrich, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Thüringen

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Architekt Dr. Lucio Nardi

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Jonas Büschel berichtet aus Riga

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Die Landeskonservatorin aus Sachsen-Anhalt, Dr. Ulrike Wendland, hat die IBA Stadtumbau begleitet

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Die IBA Geschäftsführerin moderierte die Gesprächsrunde

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Auch das Publikum beteiligte sich rege an der Diskussion, hier Arndt Hobrecker (LEG Thüringen)

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Welche zukünftigen Nutzungen sind denkbar? Welche Raumqualitäten braucht es dafür? Verschiedene Vorschläge als einer von fünf Ausstellungsimpulsen

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Und der Blick zurück: der Bahnhof Apolda als Tor zur Stadt im Jahr 1905.
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Anschließend sprach Dr. Marta Doehler-Behzadi die Begrenztheit von temporären Nutzungen an, schließlich werde keine endgültige Lösung geschaffen. Vor dem Hintergrund der IBA Stadtumbau 2010 in Sachsen-Anhalt sagte die Landeskonservatorin Dr. Ulrike Wendland: „Jede Nutzung ist besser als keine Nutzung. Leerstand zerstört und richtet den größten Schaden an.“

Im Gespräch spielte auch die Frage nach den benötigten Standards eine Rolle. Dr. Lucio Nardi, Initiator des Vereins Schwarzwurzel e.V. in Steinach, plädierte für den ‚Verzicht auf das Maximum’. „Wenn man Leerstand nutzt“, so seine These, „verzichtet man auf Gestaltung. Sich dafür zu entscheiden ist eine Haltungsfrage. Man muss mit den Grenzen eines Gebäudes umgehen.“ Er verwies u.a. auf eine Aktion des Soziokulturprojektes Schwarzwurzel in Steinach: Ein Theaterstück, bei dem mehrere ungenutzte Orte temporär bespielt wurden.

In der folgenden Publikumsrunde hob Katja Fischer, Projektleiterin der IBA Thüringen im Hinblick auf den Bahnhof Apolda hervor: „Das temporäre Öffnen solcher Gebäude, die Überhaupt-Nutzung, auch mit unterschiedlichen Ansätzen ist wichtig.“
Jonas Büchel stimmte dem zu: Konservatorische und sonstige Standards seien zunächst zweitrangig. „Dieser Saal ist heute Abend geöffnet. Und obwohl zum Beispiel der Boden noch nicht denkmalgerecht saniert ist, sitzen wir hier und nutzen den Raum. Räume, müssen geöffnet werden, um überhaupt wahrgenommen zu werden“, formulierte Büchel.

Marta Doehler-Behzadi fasste die Ergebnisse dieses IBA Salons zum Thema Leerstand wie folgt zusammen: „Wir haben heute eine Diskussion über Standards geführt. Über die Frage, was wir wirklich brauchen, und was nicht. Die Nutzung heute Abend mag flüchtig sein, setzt aber ein Signal zur Nutzung leerstehender Gebäude“, betonte sie die Bedeutung der Veranstaltung. Sie holt den Bahnhof Apolda zurück ins öffentliche Bewusstsein.

Parallel zum 4. IBA Salon bespielte 300 Minuten lang eine Ausstellung das Bahnhofsgebäude. Die temporäre Schau mit dem Titel ‚open: station’ beschäftigte sich mit alternativen Strategien und andersartigen Entwicklungsansätzen für den nahezu leerstehenden Bahnhof Apolda. Eröffnet wurde die Ausstellung mit einem Hausspaziergang, bei dem die IBA Projektleiter Katja Fischer und Tobias Haag die Besonderheiten des Bahnhofs erklärten und eine ‚Lesehilfe’ für den ursprünglichen Zustand des Gebäudes ermöglichten.In zahlreichen Räumen, darunter die ehemaligen Wartesäle, wurden die Resultate aus zwei Semesterprojekten an der Bauhaus-Universität Weimar gezeigt: zum einen ‚iba campus APOLDA’– betreut durch die IBA Thüringen/IBA Werkstatt  – , zum anderen ‚abgehängt? - Bahnhöfe in Thüringen’, betreut von der Professur Denkmalpflege und Baugeschichte der Bauhaus-Universität Weimar. Die Projekte von 46 Studierenden entstanden in Zusammenarbeit mit Mentoren aus Berlin, Hamburg, Barcelona und Greifenberg.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Personen, Projekten und Initiativen, die am IBA Salon teilngenommen haben:

  1. Oliver Hasemann, ZwischenZeitZentrale Bremen: http://www.zzz-bremen.de/blog/
  2. Jonas Büchel, Free Riga!: http://freeriga2014.lv
  3. Dr. Lucio Nardi, Kulturverein Schwarzwurzel e.V.: http://www.schwarzwurzel.net

Artikel in der TLZ vom 18.10.2014 

Räume auf – Licht an: ‚Open station’ im Bahnhof Apolda
16. Oktober 2014

Räume auf – Licht an: ‚Open station’ im Bahnhof Apolda

In Apolda entsteht ein ‚IBA Campus.Lab’
14. Februar 2014

In Apolda entsteht ein ‚IBA Campus.Lab’

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Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Auenstraße 11
99510 Apolda
Deutschland
Träger

· Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (Eigentümerin)
· Internationale Bauausstellung Thüringen (Entwicklerin) 

 

Planungsbeteiligte

· Belius, Berlin
· Ingenieurbüro Hausladen, Kirchheim
· IPH Ingenieurbüro Peter Hilbig, Bad Sulza
· Ingenieurbüro Matthias Münz, Weimar
· Raumlabor, Berlin
· Team des IBA Campus 2016/2018
· Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg 

Ansprechpartner

Katja Fischer
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-11
katja.fischer@iba-thueringen.de

Sebastian Kirschner
Vermietung
Telefon +49 3644 51832-04
open-factory@iba-thueringen.de